Weihnachten kommt sowieso
Shownotes
Weihnachten kann kommen: Die Lichterketten hängen, die Geschenke sind verpackt, die Einkäufe erledigt und die Glühweinflaschen bereits leer…
Wir atmen durch und sind bereit, es kann losgehen.
Schwester Katharina legt ein Veto ein. Die franziskanische Ordensschwester sagt:
„Weihnachten kommt sowieso. Gott kommt zu uns herunter als Neugeborenes“,
Nicht die Dominosteine oder Adventskalender in den Supermarktregalen im September sind die Vorboten von Weihnachten. Es ist die Adventszeit, welche die frohe Botschaft ankündigt. Eine Zeit des Wartens und Erwartens.
Schwester Katharina gibt spannende Einblicke in die Adventszeit der Ordensgemeinschaft und spannt dabei einen Bogen zum Christentum und zu unserer heutigen Gesellschaft. Im Gespräch erinnert sie sich auch an ihre Kindheit in der Familie und die Bedeutung der Weihnacht. Es ist und bleibt ein besonderes Fest!
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00:00:12: Lebenslinien zwischen Kopf, Herz und Schicksal.
00:00:15: Der Podcast zur Gesundheit, Leben und Pflege.
00:00:21: Ja, herzlich willkommen zu Lebenslinien.
00:00:23: Ich freue mich sehr, Schwester Katharina, dass Sie ins Mutterhaus gekommen sind und mit mir diesen Podcast zusammen machen.
00:00:31: Passend zum Heiligen Abend.
00:00:33: Gerne.
00:00:34: Fast haben wir schon genau.
00:00:35: Schön, dass Sie da sind.
00:00:36: Gerne.
00:00:37: Schlesst da, Katharina, wir haben eben schon ein bisschen gelacht.
00:00:40: Und zwar heißt der Podcast, ja, Weihnachten kann kommen.
00:00:43: Und Sie haben zu mir gesagt, Weihnachten kommt eh.
00:00:45: Vielleicht mögen Sie das erst mal erklären, was dahinter steckt.
00:00:49: Ja, ich finde es so interessant, dass viele, so ungefähr, ich habe jetzt meine Vorbereitungen abgeschrieben, jetzt kann Weihnachten kommen.
00:00:56: Ja, aber Weihnachten kommt doch sowieso.
00:00:58: Weil Weihnachten ist ein... Ein Termin, der irgendwann vor vielen Jahrhunderten mal festgelegt worden ist, um an ein Ereignis zu denken, was viele Leute, wenn man sie heute auf der Straße, fragt, da nicht mehr wissen.
00:01:12: Und zwar, dass dieser Gott, was ja unbeschreiblich ist, beschlossen hat, nicht da oben in der Höhe zu bleiben, sondern runterzukommen.
00:01:21: Ja, er ist der heruntergekommene Gott.
00:01:24: Er kommt nicht als Machtvoll und der große Recher.
00:01:28: Er kommt als Neugeborenes.
00:01:30: Und wir feiern den Geburtstag.
00:01:32: Und in den ersten Jahrhunderten war das den Christen ja völlig unmächtig.
00:01:36: Ja, die haben Auferstehung gefeiert, Ostern.
00:01:39: Aber irgendwann hat man versucht, mal zu gucken, wie hat das Ganze denn angefangen?
00:01:44: Und hat sich dann erinnert, was dann die ersten Jünger erzählt haben und was Maria ihnen erzählt hatte.
00:01:52: Und daher kam dann erst das Bewusstsein dass diese Geschichte mit Jesus ein Anfang hatte, wie jeder von uns ein Anfang hat.
00:02:00: Und deswegen kommt Weihnachten immer, also das Datum kommt immer, das Erinnerungsdatum.
00:02:05: Und das finde ich spannend.
00:02:06: Ja, deswegen ist das Weihnachten kein Kommen, das ist so das, was die meisten Menschen so sagen, so jetzt sind wir bereit, wir sind bereit.
00:02:13: Und da hatten sie gerade so ein bisschen Widerspruch eingelegt, das Ganze nochmal interessant beleuchtet.
00:02:18: Wie geht es ihnen denn damit, gerade so in der Vorweihnachtszeit, da ist ja viel Trubel, die ersten Weihnachtsmärkte fangen schon... Anfang Novemberende, Oktober an.
00:02:27: Was sagen Sie als Ordensschwester dazu?
00:02:30: Ist das, macht
00:02:31: man das nicht?
00:02:32: Gehört sich das nicht?
00:02:34: Was sich gehört, entscheiden Menschen.
00:02:38: Und da ist jeder anders.
00:02:40: Und für mich ist zum Beispiel schon der Begriff Vorweihnachtszeit wieder so ein Stachel im Fleisch, weil für uns ist die Zeit vor Weihnachten der Advent.
00:02:49: Also die Zeit des Wartens.
00:02:51: die Zeit des Erwartens.
00:02:54: Und da finde ich so spannend, dass man das einfach nicht kürzen kann.
00:02:59: Es gibt ja dieses Schöne, wir sagen euch an, den lieben Advent seht die erste und die zweite und die dritte und die vierte Kerze.
00:03:06: Und das ist immer erst am Sonntag.
00:03:09: Und das wird nicht kürzer, wenn man alle vier Kerzen sofort anmacht.
00:03:14: Da ist der Zauber weg.
00:03:15: Also was Leute damit machen, dass es jedem selber überlassen.
00:03:19: Ich finde, viele nehmen sich so dieses Dahin warten.
00:03:26: Das Gefühl
00:03:26: vielleicht so der Vorfreude, würden Sie das auch so?
00:03:29: Ja klar, die Emotion spielt ja an Weihnachten eine ganz große Rolle und ich mag Weihnachtsmärkte gern.
00:03:36: Ich finde nur so... immer alles zu seiner Zeit.
00:03:39: Ich finde Weihnachtsmark im Dezember super.
00:03:43: In der Vorfreude auf das Weihnachtsfest und dann nochmal zu schauen, die sind ja mal erfunden worden, damit man so kleine Gaben noch kaufen kann, die man vielleicht nicht selber hat, weil man einander beschenken möchte.
00:03:56: So sind ja Weihnachtsmärkte entstanden.
00:03:58: Und dass das aber mittlerweile so Treffpunkte sind für Menschen, die einfach sagen, lass uns was zusammen machen.
00:04:05: Ja, und das... Ja, genau,
00:04:07: das erlebe ich auch so.
00:04:08: Es gibt ja viele, ich denke mal, jeden Sauer, dann gibt es auch viele kleine Weihnachtsmärkte, guten Kölner, da gibt es dann auch... Das finde ich groß, sie finden gar nicht so schön, weil diese zusammenkommen vielleicht mit Freunden, aber noch nicht die Domino-Steine im August oder September.
00:04:21: Ja, das finde ich auch komisch, aber es ist nur mal so.
00:04:25: Und man kann sich aufregen, aber es nutzt ja nichts.
00:04:28: Und wenn keine Nachfrage da wäre, würde es das ja nicht geben.
00:04:32: Und wenn Leute sagen, ich freu mich so, dass es das schon gibt, dann ist das ja okay.
00:04:36: Wir reden jetzt gerade so über die Weihnachtsmitte, sie mögen das auf, sie gehen auch gerne, sie führen ja auch ein normales Leben, ihr Konvent, in dem sie leben, bis ihr auch mitnimmt.
00:04:44: Also im Zentrum.
00:04:45: Das heißt, das sind ja nicht abgeschirmt und sind nah an der Musik, wie man in Westbalen sagt.
00:04:51: Jetzt muss ich nur mal zurückkommen zum Anfang, genau.
00:04:53: Wie ist denn die Vorweihnachtseiteigchen am Ohren?
00:04:56: Wie können sich die Zuschauerinnen oder Zulöhren zümmeln, das foscht?
00:05:00: Ja, das ist, wie ich vorhin schon mal gesagt habe, Advent.
00:05:03: Es ist also die Zeit des Erwartens.
00:05:06: So in den Klöstern und in den Ohrensgemeinschaften ist das nochmal... eine intensivere Gebetszeit.
00:05:14: Also wir beginnen ja immer den Sonntag am Samstagabend und dann ist diese Fesper noch mal festlicher, also noch mal ein wenig mehr in den Texten des Erwartens zu lesen.
00:05:28: Wir beten das jeden Tag, aber im Advent ist es noch mal anders und wir gehen in die Gottesdienste wie normal auch, aber Wir feiern das noch mal anders, dieses in der Zeit.
00:05:41: Also vom ersten zum zweiten Advent, vom zweiten zum dritten, zum vierten.
00:05:47: Noch mal der Freude.
00:05:49: Ja, aber auch noch mal mehr in diesem, das Innere vorbereiten.
00:05:55: Weil es ist ja, wenn jemand schwanger ist, dann ist da neun Monate Vorfreude.
00:06:01: Das ist ja so schlecht nach zu vollziehen für einen Gott.
00:06:06: Wir können gut nachvollziehen diese ganze Evangelium und die Geschichte dazu, aber dann finde ich diese letzten dreieinhalb Wochen bis Advent kann man das nochmal richtig deutlich machen.
00:06:19: Dieses ganze Äußere, das ist bei uns nicht.
00:06:22: Wir machen dann so am dritten Adventssonntag ein wenig Sterne an die Fenster und wir machen aber noch nicht, was viele Leute schon machen, dass sie schon jetzt im November, weil es alles so dunkel ist, schon alles beleuchten, schon überall Lichterketten, ja und Bäume, aber eigentlich ist es ja die Sehnsucht nach dem Licht.
00:06:42: dieses Heller haben wollen und dieses nicht die Dunkelheit aushalten.
00:06:47: Und ich glaube, das ist was, was Klöster und Orden noch mal machen.
00:06:51: Dieses die Dunkelheit aushalten in der Gewissheit auf das kommende Licht.
00:06:57: Das finde ich
00:06:57: total interessant, weil dieses immer früher Anfang in der Welt bewegt sich ja sehr viel gerade im Moment und vielleicht ist das so der Wunsch, so ein bisschen Licht zu haben.
00:07:09: Manchmal auch vielleicht zu viel, aber so wie Sie auch sagen, das andere gar nicht aushalten zu können.
00:07:13: Genau.
00:07:14: Das ist das, was Sie denn unterscheidet.
00:07:15: Sie halten auch das andere aus oder geben sich da auch mal rein.
00:07:20: Ja, und ich glaube, im Advent sich nochmal bewusst dazu machen, wir haben im Moment, wie Sie gesagt haben, eine schwierige, eine chaotische, eine krisengeschüttelte Zeit.
00:07:32: Aber die Zeit Jesu, die Zeit, als er geboren worden ist, war nicht anders.
00:07:39: Das war chaotisch.
00:07:40: Das war militärisch.
00:07:42: Der Kaiser wollte wissen, wie viel benutzbare Soldaten er in seinem Reich hat und deswegen die Zählung und deswegen dieses fürchterliche Durcheinander.
00:07:51: Das war immer so.
00:07:52: Es war nie heile Welt.
00:07:54: Da holt
00:07:54: sich
00:07:54: eben immer.
00:07:55: Ja, es war nie heile Welt.
00:07:56: Es war zu Jesuzeiten keine heile Welt.
00:07:59: Es war die ganzen Jahrhunderte keine heile Welt und es ist heute keine heile Welt.
00:08:03: Und darum geht es auch nicht.
00:08:06: Sondern
00:08:07: es geht darum, miteinander und in dieser Hoffnung auf diesen Gott, die Zeit zu gestalten und auch auszuhalten.
00:08:15: Das ist ja oft so in Familien, die müssen Phasen von Krankheit und Leid miteinander aushalten.
00:08:23: Und das ist es, glaube ich, in Kirche und Gesellschaft auch, dieses Aushalten von Zeiten und Phasen, die schwierig sind und sich gegenseitig unterstützen in der Hoffnung.
00:08:34: Und das ist ja auch vielleicht nochmal die Ansicht, oder wie ich mir vorstellen kann, die Sie so haben auch, dass es nicht nur um dieses Weihnachtsfest unter dem Tannenbaum zu sitzen mit der Familie immer der Wunsch nach Frieden, gerade in den häufigsten Streits kommen am Weihnachts-, in der Weihnachtszeit ja auch hoch, beziehungsweise am Heiligen Abend gerne, weil man das gar nicht mehr so gewohnt ist, vielleicht, die früher, dass die Familien zusammen sind.
00:08:57: Und ... Ja, das fand ich noch mal einen ganz guten Impuls.
00:09:01: Also zu sagen, es geht auch da, es geht um die gesamte Zeit da auch durchzugehen.
00:09:05: Und auch durch den Advent.
00:09:06: Ich hab mal, vielleicht ist die Frage zu persönlich, dann dürfen sie die natürlich auch ablehnen.
00:09:10: Aber kommt da manchmal auch so ein Gefühl von früher, so an Kindheit, Jugend, wie sie früher gefeiert haben, wenn sie zusammen jetzt mit den Ordenschwestern feiern?
00:09:20: Ja klar.
00:09:21: Das war die Erinnerung und die ist ja auch bei jeder anders.
00:09:24: Ja, das ist ja ganz spannend.
00:09:26: Wir hatten zwischendurch ja auch mal brasilianische Mitschwestern bei uns im Konvent.
00:09:30: Und wir sind, die Schwester Veronica ist hier aus dem Westen, also aus Hamm.
00:09:34: Ich bin aus Thüringen.
00:09:35: Wir haben ganz andere Erinnerungen.
00:09:37: Jetzt die Schwester, die wir bei uns haben, ist aus Indien.
00:09:40: Da bin ich nochmal ganz gespannt auf Advents- und Weihnachtserinnerungen.
00:09:45: Das macht natürlich etwas miteinander zu gucken.
00:09:48: Wie ist denn die Geschichte des Advent und des Weihnachten in den einzelnen Familien?
00:09:53: Das kann ja sehr verschieden sein.
00:09:55: Und da merke ich zum Beispiel, dass viele Dinge in meiner Familie grundgelegt worden sind.
00:10:01: Wir haben zum Beispiel jeden Abend bei uns war nur die Küche geheizt.
00:10:04: Das Wohnzimmer nur sonntags.
00:10:07: Die Mutter schnudelt.
00:10:08: Und meine Mutter hat jeden Abend nach dem Abendessen den Adventskranz auf den Tisch gestellt.
00:10:14: Und dann haben wir diese entsprechenden Kerzen angemacht.
00:10:17: Erste, zweite, dritte, vierte haben ein Lied gesungen.
00:10:20: Jeder von uns konnte entweder Flöte spielen oder es gab so Triola, hieß damals ein Instrument.
00:10:26: Und dann haben wir ein, zwei Lieder gesungen und ein Gedicht gelesen oder eine Geschichte.
00:10:31: Und das ist bis heute so drin.
00:10:34: Dieses jeden Abend sich daran erinnern, um was es in dieser Zeit geht.
00:10:38: Ist dann die Erinnerung, die ja jeder von uns trägt, das ist ja auch egal, ob man jetzt im Orden ist, jeder Mensch hat ja diese Erinnerung auch, ob gut oder schlechte, ist das was, was sie noch mitträgt auch durch diese Adventszeit, wo sie manchmal auch vielleicht so ein bisschen melancholisch sind, sagen sie meine Schwestern, wir sind eine Gemeinschaft und wir gehen da auch gemeinsam durch diese Zeit.
00:11:00: Melancholich mehr oder weniger.
00:11:02: Manchmal.
00:11:03: Das hat man schon waren.
00:11:05: Weil ich bin jetzt, wie gesagt, forty Jahre im Orden.
00:11:08: Und da hab ich ja auch viele Konvente erlebt.
00:11:11: Und jeder Konvent hat es ein bisschen anders gemacht.
00:11:14: Und das finde ich genauso spannend.
00:11:15: Da hab ich ja auch mittlerweile ganz viele Erinnerungen an die, wie in verschiedenen Häuser, in denen ich gelebt hab.
00:11:21: Ja, ist das so, dass ... Es kommen mal zu Zahlen und Fakten.
00:11:25: Ich habe gelesen, dass es eine Studie der Universität der Bundeswehr in München gibt, die gesagt haben, die Deutschen setzen ja... immer darauf viel Geld auszugeben Weihnachten.
00:11:35: Wünsche werden natürlich, je nachdem wie viel Geld man hat, auch ein bisschen kleiner.
00:11:38: Aber es geht oft um gemeinsames Erleben, Reisen.
00:11:42: Bücher ist immer noch irgendwie ein Bestseller.
00:11:44: Selbst gemacht ist auch noch.
00:11:46: Aber wichtig ist das Schenken schon.
00:11:48: Manchmal nimmt das ja auch überhand, kann ich mir vorstellen.
00:11:50: In der Welt des Konsums auch.
00:11:54: Schenken Sie sich was untereinander?
00:11:55: Oder sagen Sie, wir sind uns in der Bedeutung von Weihnachten da?
00:12:00: auch nah und das ist unser Geschenk.
00:12:03: Das ist das eine.
00:12:04: Die Bedeutung von Weihnachten, dass wirklich dieses, dieses neu geborene Gotteskind das Geschenk an die Welt ist.
00:12:11: Sich dessen bewusst zu machen, weshalb wir eigentlich wirklich schenken.
00:12:15: Wir schenken uns, weil Gott uns dieses Geschenk gegeben hat.
00:12:19: Und deswegen beschenken wir uns gegenseitig in dieser Geburtstagsfreude.
00:12:23: Und wir machen das seit Jahren so, dass wir Jede von uns kann sich drei Wünsche aufschreiben.
00:12:32: Und dann gucken wir manchmal, wenn wir zu dritt oder zu viert, dann zieht man ein Los, wer wem welche Freude macht.
00:12:39: Das ist wirklich schlecht.
00:12:40: Und wir legen so eine Grenze fest, so zwanzig Euro normalerweise.
00:12:47: Und wenn das dann ein, zwei Euro mehr ist, macht das ja nichts.
00:12:49: Aber dieses sich eine Weihnachtsfreude machen, aber in einem Maß.
00:12:55: Und immer im Hinterkopf haben, warum wir uns eigentlich beschenken.
00:12:58: Und das finde ich dann wirklich schön.
00:13:00: Das hört sich gut an.
00:13:01: Vor allen Dingen ist es so, dass man dann auch hinterher weiß, wer das Geschenk geschenkt hat.
00:13:06: Oder wird man das persönlich auch aushändigt?
00:13:08: Oder wird das dann irgendwo hingelegt?
00:13:09: Nein,
00:13:09: nein, das ist dann wirklich persönlich.
00:13:11: Das
00:13:11: ist dann wirklich persönlich unter dem Christbaum.
00:13:14: Sie hatten gerade, wenn ich dran hängen geblieben, Schwester Katharina Hoffnung und Freude so in einem Satz zusammengepackt.
00:13:20: Vielleicht jetzt noch mal, weil dieser Podcast am Heiligen Abend ausgestrahlt wird, was ich auch schön finde und auch aufgezeichnet ist.
00:13:30: Vielleicht haben Sie so was zum Schluss noch mal so Hoffnung und Freude.
00:13:34: Was wünschen Sie vielleicht den Zuhörerinnen und Zuhörern?
00:13:37: Was wünschen Sie sich in Ihrer Ordensgemeinschaft?
00:13:40: Was sind Ihre Wünsche?
00:13:41: Wo sehen Sie Hoffnung und Freude?
00:13:43: Ja, so Hoffnungen gibt es ja in ganz verschiedene Richtungen.
00:13:47: Also, wenn man zum Beispiel guckt, welche Hoffnung habe ich zum Beispiel für unser Land?
00:13:52: Ja, und da merke ich immer, dass ich sehr hoffe, dass unsere noch gefestigte Demokratie das auch bleibt und dass immer mehr Menschen merken, dass es nicht reicht, sich in Sessel zu setzen und einfach weiter zu scrollen und ja, ja oder nein zu machen, sondern sich wirklich einzusetzen.
00:14:10: und im Moment ist das noch so.
00:14:11: Und da habe ich die Hoffnung, dass es auch so bleibt.
00:14:14: Und dann geht das ja weiter.
00:14:15: Welche Hoffnung habe ich für unsere Kirche?
00:14:17: Ja, und da merke ich immer wieder, dass ich ganz glücklich bin, dass es immer noch ganz viele Leute gibt, die sich sehr engagiert und kritisch mit der Kirche auseinandersetzen, immer in dem Bewusstsein, ich bin diese Kirche.
00:14:32: Jeder Getaufte ist diese Kirche.
00:14:35: Und dann zu sagen, Ich bleibe da drin und ich kann darin etwas tun.
00:14:40: Und das wirklich auch.
00:14:41: Und auch
00:14:41: mit zu verändern.
00:14:42: Also nicht,
00:14:43: das macht mir auch.
00:14:43: Dimpfen
00:14:44: zu sagen.
00:14:45: Schimpfen kann jeder.
00:14:46: Das ist kein Problem.
00:14:48: Und dann geht es ja weiter.
00:14:48: Welche Hoffnung habe ich so für meine Ordensgemeinschaft?
00:14:51: Und da ist es ja hier in Deutschland sehr ersichtlich.
00:14:54: Wir hatten Phasen mit weit über tausend Schwestern und haben jetzt noch so fünfzig.
00:14:59: Ja, aber wir haben einige junge oder jüngere Frauen, die sagen, das ist eine Version zu leben, die ich... mir für mich vorstellen kann.
00:15:08: Ja, und das auch versuchen, für sich selbst zu finden.
00:15:11: Und dann finde ich ganz spannend, dass wir nicht mehr sagen können, wir Alten.
00:15:15: So und so hat das zu gehen, sondern jede muss selber ihre Art dieses
00:15:20: Leben finden.
00:15:21: Ganz genau, sehr.
00:15:23: Und dann so eben für mich selber auch zu gucken, was macht mir eigentlich Hoffnung?
00:15:27: Und ich merke dann immer, dass ich dann Sachen bei mir entdecke, die mir noch so neu sind, dass ich dann merke, oh, Das kann ich ja auch.
00:15:35: Das habe ich gar nicht gelernt, aber das kann ich.
00:15:38: Und dann das noch mal auch zu entwickeln.
00:15:40: Haben Sie dann ein Beispiel für uns, wo Sie so sagen, das habe ich noch mal neu gelernt, auch noch vielen Jahren jetzt, die Sie schon im Orden sind oder Erfahrungen, die Sie gemacht haben?
00:15:49: Also ich finde zum Beispiel ganz spannend, dass sich meine Art zu Beten völlig geändert hat.
00:15:54: Ich kann immer noch, ich bete immer noch gern das Stundengebet, was wir morgens mittags und abends beten und ich bete immer noch gern so festgelegte Dinge wie den Rosenkranz und den Kreuzweg.
00:16:04: Aber mein inneres Beten hat sich total verändert in den Jahren und das finde ich sehr spannend.
00:16:10: Das wird noch, wird viel mehr zum Gespräch mit Gott als das so in den ersten Ordensjahrzehnten.
00:16:17: Zum
00:16:17: Beispiel.
00:16:18: Spannend.
00:16:19: Also ich könnte stundenlang hier noch mit Ihnen sitzen bleiben, mit Ihnen den Konventbesichtinger.
00:16:25: Also es ist wirklich, wir haben bestimmt noch viele Themen auch in Zukunft, für zwanzig, sechsundzwanzig.
00:16:30: Und so eine Frage vielleicht noch zum Schluss.
00:16:33: Heiligabend, erster Weihnachtstag am zweiten Witz schon weniger sind die Kirchen voll, egal ob die katholischen Kirchen, die evangelischen Kirchen.
00:16:42: Ist das befremdlich für Sie oder?
00:16:44: Was denken Sie darüber?
00:16:45: Das finde ich entzückend.
00:16:48: Weil ich so daran spürt man doch genau, dass Menschen sehr gut merken.
00:16:53: Die meisten können das nicht beschreiben.
00:16:56: Menschen merken, dass ihnen etwas fehlt.
00:16:59: Ja, das eine ist vielleicht, das haben wir immer so gemacht, das machen wir auch.
00:17:03: Das
00:17:03: ritualisierte vielleicht.
00:17:04: Genau, ob wir es noch glauben oder nicht.
00:17:06: Aber ich glaube, im Tiefsten sind ganz viele Leute, die spüren, sich zusammensetzen, schön essen, sich was schenken, könnte man ja jeden Tag.
00:17:15: Das kann man ja immer machen.
00:17:17: Und viele spüren in diesem Geschehen, da fehlt etwas.
00:17:22: Und da fehlt nämlich Gott.
00:17:24: Da fehlt Gott und da fehlt dieses Bewusstsein, um den geht es eigentlich.
00:17:29: Und dann in die Kirche zu gehen und ein Gottesdienst mit zu feiern oder was ich immer rate, gehen Sie einfach, was man in Köln sagt, Krippchen loeren.
00:17:38: Gehen Sie einfach wemmer, um das im Konzentrum abzunehmen.
00:17:40: Die Krippausstellung
00:17:41: und die Kirchen kann man dann...
00:17:43: Und wir scharren dann einfach ein bisschen die Dörfer und gucken uns Krippen, um uns noch mal so innerlich auch zu vergewissern, um was es eigentlich geht.
00:17:52: Es geht um dieses... um diesen Gott, der runtergekommen ist und mitten in unserem Chaos, in unserem sein wollen und auch bleiben wolle.
00:18:02: Und ich glaube, das im Inneren spüren des Menschen.
00:18:06: Und das bleibt auch
00:18:06: die Hoffnung.
00:18:07: Kommen
00:18:07: Sie in die Kirche.
00:18:08: Genau so.
00:18:10: Ja, Sie haben einen ganz hoffnungsvollen Trottkarst mit mir gemacht.
00:18:13: Ich bin wirklich berührt und freue mich jetzt schon mal auf Weihnacht.
00:18:17: Ich danke Ihnen, Schwester Katharina und hoffe sehr, dass wir noch mal einen... weitere eine weitere Broadcast Aufzeichnung machen und uns weiter kennenlernen.
00:18:24: Sehr gerne und ich wünsche Ihnen und allen Gesegnete Weihnachten.
00:18:28: Vielen Dank.
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