Robotermedizin im Krankenhaus

Shownotes

Die „Roboter“ sind auf dem Vormarsch. Nicht nur in der Fertigung, der Landwirtschaft oder im Haushalt kommen die computergesteuerten Maschinen zum Einsatz, auch in der Medizin nehmen die Technologien Fahrt auf. Chefarzt Dr. med. Marc Alexander Renter der GFO Kliniken Niederrhein am Standort Moers kennt sich in der Roboterchirurgie bestens aus.

Seit drei Jahren operieren er und zwei Oberärztinnen der Klinik mit dem Da Vinci Roboter.
Das erfordert viel Know how und eine lange Ausbildung. Für die Roboterchirurgie braucht man einen Konsolenführerschein und umfangreiches Training an Simulationen bis es zum ersten Einsatz am Patienten kommt. Menschliche Hilfe bekommt der Operateur vom sogenannten Tischassistenten, er selbst arbeitet an der Konsole.

Neben den GFO Kliniken Troisdorf und den GFO Kliniken Bonn ist Moers der dritte Standort innerhalb der GFO, an dem die hochmoderne Roboterassistierte Chirurgie angeboten wird.

Eine Operation mit dem Roboter ist teurer, das ist der Nachteil. Die Präzision und Schonung sind dennoch unschlagbar und ein Fortschritt in der Medizin.

Besonders bevorzugt Dr. Renter diese Methode in der Leberchirurgie. Er schwärmt vom sogenannten immersiven Blick, der Operateur befindet sich via 3D-Blick direkt im Körper des Patienten.

Erleben Sie ein spannendes Gespräch mit dem Spezialisten und tauchen Sie ein in eine Welt der Superlative.

Transkript anzeigen

00:00:17: Die

00:00:24: Robotermedizin ist seit einigen Jahren auf dem Vormarsch.

00:00:27: Es gibt immer eine Ärztmediziner, die eine große Leidenschaft für die Robotermedizin bekommen.

00:00:33: Und ich freue mich sehr, dass wir heute Herrn Dr.

00:00:36: Renter, Marc-Alexander Renter, einladen konnten zum Podcast Lebenslinien.

00:00:41: Herr Renter ist in der GFO-Klinik Niederrhein.

00:00:44: im Standort Mörs, das St.

00:00:45: Josef Krankenhaus, das ist richtig.

00:00:47: Das ist richtig.

00:00:48: Das ist heute in Mörs, ganz genau.

00:00:50: Und Sie sind Chefarzt der Fachabteilung Allgemein bis Seran- und Gefäßchirurgie.

00:00:54: So.

00:00:55: Ohne Gefäßchirurgie.

00:00:56: Ohne Gefäßchirurgie.

00:00:57: Alles klar.

00:00:58: Sie sind Spezialist für die Robotermedizin.

00:01:00: Vielleicht erzählen Sie mal ganz kurz, wie es zu der Leitschaft

00:01:03: kam.

00:01:04: Ja, Leidenschaft ist die Chirurgie an sich schon, also das Operieren selber ist etwas, was uns Chirurgen auch, sag ich mal, antreibt, das Handwerkliche tun, macht einen Großteil eben unseres Berufs aus.

00:01:18: in der Medizin und die... Gerade bis zur Archäologie hat in den letzten Jahrzehnten eine technische Entwicklung durchgemacht, die eben von den großen Bauchschnitten mit den Händen operieren zu den minimalinvasiven Techniken immer weiter verfeinert wurde.

00:01:37: Und der Roboter, also zum Roboter gleich noch mehr, ist nämlich eigentlich gar kein Roboter, sondern ein Telemanipulator, wenn man so will, der stellt sozusagen momentan die Entwicklung Spitze dieser Evolution in der Chirurgie da.

00:01:57: Und es ist ein Hochpräzisionsinstrument, was eben die Möglichkeiten der minimalinversiven Chirurgien nochmal verbessert und weiterentwickelt hat.

00:02:09: Und das macht eben diese Faszination

00:02:11: aus.

00:02:11: Wie lange operieren Sie jetzt schon mit dem Da Vinci?

00:02:13: Wir sind jetzt im dritten Jahr, also wir haben Ende- Wir haben angefangen das Orbiter-Programm hier aufzubauen und wie gesagt sind jetzt im dritten Jahr.

00:02:27: Ich habe jetzt nicht nachgerechnet, aber grob überschlagen, würde ich sagen, haben wir die Zweihundert Eingriffe mit dem System schon hinter uns gebracht und haben mittlerweile drei.

00:02:41: zertifizierte Konsolenchirurgen, wie das in der Sprache ist.

00:02:45: Aus

00:02:45: den Spielkonsolen.

00:02:46: Sieht aus, es hat so ein bisschen was von Playstation am Anfang, aber es ist wirklich

00:02:52: sehr ein anderes Können noch haben.

00:02:53: Absolut,

00:02:54: absolut.

00:02:56: Vielleicht noch mal zurück zu dem Namen da Vinci, der Roboter.

00:03:00: Was verbindet denn den Künstler Leonardo da Vinci mit dem Robot?

00:03:04: Gibt es da irgendwie eine Geschichte?

00:03:05: Ja, ich glaube, es ist vor allem ein Marketing-Effekt der Firma, die dahinter steht.

00:03:09: Das ist eine amerikanische Firma, Intuitive heißen.

00:03:12: Die haben im Prinzip das Patent für dieses System vom amerikanischen Militär übernommen.

00:03:19: Also die Idee damals hinter dem Roboter war beim OS-Militär, dass man hinter den feindlichen Linien verletzte Soldaten praktisch durch Spezialisten operieren lassen kann, die hundert bis tausend Kilometer weit weg sitzen.

00:03:32: und dann über dieses System komplizierte Operationen durchführen können.

00:03:38: Das wurde nicht weiter verfolgt aus verschiedenen Gründen und ein paar findige Ingenieure haben das Patent aufgekauft und das System dann weiterentwickelt und es sind die kommerzielle Medizin gebracht.

00:03:50: Und ich glaube, der Name Da Vinci verbindet letztendlich, also da müsste man die Herren selber fragen, aber... Es ist Kunst und es ist natürlich das Genie von Leonardo da Vinci.

00:04:03: Leonardo da Vinci war ja ein Omni-Genie, der alles entwickelt hat von Kunstobjekten bis hin zu Fluggeräten und ich glaube, dass letztendlich dieser Innovationsgeist letztendlich der Namensgeber eben dafür war, weil eben die Roboter-Chirurgie letztendlich etwas vollkommen Innovatives darstellt und ist.

00:04:32: Ich stelle mir das jetzt, ich habe selber da Vinci schon mal gesehen und ich stelle mir das unheimlich kompliziert und aufwendig vor, bis man das begreift, was dafür eine Technologie hintersteckt.

00:04:42: Also sie mussten sicherlich mit ihrem Team lange üben.

00:04:45: Ja, man muss noch richtig einen Führerschein machen.

00:04:46: Also Sie können nicht einfach sich einen OP-Roboter kaufen und den in Ihrem OP-Stell, dass Sie sich dann da dran setzen und losoperieren, sondern die Anschaffung dieses Systems ist tatsächlich mit einem Ausbildungskurs verbunden.

00:05:00: Sie müssen also einen Konsolenführerschein machen.

00:05:03: Das wird im Prinzip durch die Firma selber gesteuert.

00:05:09: Sie bekommen... Trainingskurse, sogenannte Simulator-Eingriffe, die sie erst machen, das ist praktisch wie in der Flugindustrie, dass sie nicht direkt in Dysenjet mit Zornalpassagieren fliegen, sondern sie trainieren praktisch an Computersimulationen, erst mal die Beherrschung der Konsole, weil das etwas völlig anderes ist als das, was wir vorher getan haben.

00:05:35: Also die Operationen, die sie dann hinterher damit machen, die können sie als Chirurg ja vorher.

00:05:40: Aber sie mit diesem System durchzuführen ist noch mal etwas Neues.

00:05:43: Und da der Roboter natürlich über seine Roboterarme eine unglaubliche Kraft entwickelt.

00:05:49: Also sie können mit diesen Roboterarme können sie einen hundert Kilo schweren Patienten inklusive des OP-Tisches praktisch hochheben.

00:05:58: Also nicht nur die Operation am Körper, sondern auch wirklich die Lagerung

00:06:01: des... Ja, nicht nur die Lagerung.

00:06:03: Also der Einsatz dieser Instrumente kann... in der Hand des ungeübten katastrophale Auswirkungen haben, wenn sie nicht wissen, was sie tun.

00:06:12: Und deswegen muss die Beherrschung des Systems erst mal geübt werden.

00:06:15: Das machen sie mit diesen Simulatorkursen.

00:06:18: Dann gehen sie in bestimmte Institutionen, Trainingscams sozusagen für Chirurgen, wo sie dann... Es gibt ein sehr großes Institut, das ist eigentlich... Das berühmteste in Europa, das ist in Strasbourg, das sogenannte Irkart, von einem französischen Chirurgen gegründet.

00:06:37: Da stehen viele von diesen Robotersystemen und sie können dann dort nicht nur Simulatorübungen, sondern dann Orientierversuch, Operationen trainieren und dann gehen sie in die Anwendung.

00:06:50: Das heißt, dann operieren sie die ersten Patienten und das ist aber auch im Beisein von erfahrenen Roboter-Chirurgen, die also dann Tipps und Tricks geben können, um eben noch besser dieses, genau, das einzuleiten.

00:07:03: Ist das hinterher auch so, wenn Sie jetzt operieren, Sie haben jetzt schon viel Erfahrung sammeln können, dass Sie dann alleine diesen Roboter bedienen.

00:07:09: oder ist da noch ein Kollege da, also man ist ja nie alleine im OP, aber wie ist das?

00:07:14: Also bedient man den Roboter tatsächlich im Wesentlichen alleine über die Konsole.

00:07:19: Aber zum Beispiel, wenn sie den Instrumentenwechsel durchführen, den machen sie nicht selber, sondern den macht natürlich dann ein Chirurg, beziehungsweise ein OP-Fleger oder eine OP-Flegerin im Saal Stiril.

00:07:31: Sobald sie mit Stirilen im Instrumenten arbeiten, der Operateur selber ist nicht mehr Stiril eingewaschen, der sitzt ja an der Konsole.

00:07:39: Und sie brauchen ab und zu... brauchen sie Hilfe von außen, weil sie ja zum Beispiel nicht nur ein Instrumenten wechseln, sondern sie brauchen bestimmte Materialien, also zum Beispiel eine Naht, die sie anwenden wollen, die muss ihnen sozusagen angegeben werden.

00:07:54: Dafür hat man einen sogenannten Tischassistenten, der das dann macht und die Interaktion findet natürlich statt.

00:08:00: Die Präzision ist ja noch mal eine andere, das ist ja wahrscheinlich der Grund auch, um das Gerät einzusetzen, dass sie sagen, gibt es dennoch auch Vorwalte, wo Sie sagen, das operiere ich jetzt nicht.

00:08:12: Es ist ja die Lösung für alles, oder würde ich sagen, man muss schon manche Sachen auch anders operieren.

00:08:18: Ja, also das sind weites Feld, weil da muss man natürlich bestimmte Dinge, sagen wir mal, berücksichtigen, die dafür in Frage kommen.

00:08:27: Also grundsätzlich können Sie jede Operation, die Sie in der Bauchhöhle durchführen, können Sie mit dem Roboter machen.

00:08:35: Aber Sie würden Sie nicht unbedingt machen?

00:08:37: Nicht jede muss man damit machen.

00:08:39: Es gibt medizinische Indikationen, die mehr oder sinnvoller sind als andere und es gibt natürlich, das muss man den Deutschland immer dazusagen, auch wenn es furchtbar profan ist.

00:08:50: Es gibt wirtschaftliche Erwägungen dabei.

00:08:52: Das Roboter-System hat deutlich mehr Kosten als eine herkommende.

00:08:57: Die ist teurer, einfach jede Operation ist einfach teurer.

00:09:01: Und es gibt einfach Operationen, da ist keine Refinanzierung gegeben, weil sie kriegen für den Roboter nicht mehr Geld, also wenn sie das anders operieren.

00:09:11: Das stellt natürlich in Zeiten der wirtschaftlichen Krisen im Krankenhaus wegen.

00:09:16: Vorsichtig,

00:09:17: es ist schon bewundert, dass sie den haben.

00:09:19: Genau, deswegen macht es nicht Sinn.

00:09:21: Aber sie können theoretisch alles.

00:09:22: Sie können einen Leistenbruch, was jetzt eher eine einfache Operation ist, genauso mit dem Roboter operieren wie eine hochkomplexe Leberoperation.

00:09:31: Hätten Sie denn Sorge, das ist jetzt vielleicht auch eine profane Frage, aber ich stelle Sie mal, hätten Sie Sorge, wenn Sie nur noch mit dieser Technologie arbeiten würden, dass Sie Ihre Finnaffärtigkeiten vielleicht, sage ich mal, in der normalen Operation, dass man das verliert?

00:09:46: Ja,

00:09:47: das ist tatsächlich eine gute Frage.

00:09:49: Die gleiche Frage haben wir uns beim Labroskopieren auch gestellt, aber da würde ich es mal mit so einem Vergleich aus der Kindheit beantworten.

00:09:58: Das ist wie Fahrradfahren, das verlernen Sie nicht.

00:10:02: Wenn Sie es einmal richtig gelernt haben, dann können Sie das.

00:10:05: Ihr Leben lang.

00:10:05: natürlich ist es so, was Sie lange nicht tun oder nicht oft tun.

00:10:11: Das verliert so ein bisschen die Übung.

00:10:13: Aber da wir die Operationen als solche, egal wie, ständig weiter betreiben und nur mit unterschiedlichen Zugangswegen oder Instrumenten, Äh, ändert das eigentlich nichts an den, an den Operationen selber.

00:10:27: Aber

00:10:27: bleibt eigentlich am Ball auch, was verschiedene Methoden oder Techniken mit haben.

00:10:31: Haben Sie schon mal erlebt, dass Patienten, Patientinnen, denen Sie sagen, wir würden bei Ihnen diese OP gerne machen, Vorbehalter haben und sagen, also ich lasse mich ja nicht von so einem Roboter, ich möchte nur von Ihnen, Herr Doktor Renter, also noch.

00:10:42: Exakt,

00:10:43: exakt.

00:10:44: Genau die Frage habe ich hier schon mehrfach an diesem Tisch, wo wir sitzen, gestellt bekommen.

00:10:50: Und konnte ich natürlich dann im Gespräch mit den Patienten auch entkräften.

00:10:55: Aber wenn man praktisch keine Vorstellung davon hat, was da passiert, dann löst das natürlich auch Ängste aus.

00:11:01: Die erste Antwort ist immer die, der Roboter operiert sie nicht, sondern ich operiere sie mit dem Roboter.

00:11:06: Das ist eben wie gesagt ein Telemannipulator.

00:11:09: Und wenn die dann, wenn die Menschen dann hören, dass es eben nicht... Abstrakt wird, sondern eher präziser und schonender in der Operationstechnik, dann sind die Ängste auch ganz schnell weg.

00:11:23: Welche Operationen haben Sie bislang durchgeführt, wo Sie so sagen, da war das wirklich im Vergleich, im Quantensprung?

00:11:30: Also, es sind... vor allem Operationen, wo es auf eine sehr, sehr dezidierte Gewebeschonung angeht, in engen Räumen oder eben bei komplexen anatomischen Situationen.

00:11:42: Also zum Beispiel, wie ich es gerade schon erwähnt habe, die Leberchirurgie ist ein perfektes Beispiel, wo der Roboter uns eben sehr hilft.

00:11:51: Er hat erst mal über die Visualisierung des Opticsystems Eine bis zu zehnfache Vergrößerung, die es uns erlaubt, anatomische Strukturen einfach viel besser zu sehen.

00:12:01: Wie

00:12:02: sie sonst wahrscheinlich mit bloßem Auge nicht oder?

00:12:04: Mit bloßem Auge oder eben die Kameravergrößerung der herkömmlichen labaraskopischen Systeme haben das bisher in der Form und in der Auflösung nicht hergegeben.

00:12:14: Dann haben wir grundsätzlich eine drei D Visualisierung, das heißt eine räumliche Darstellung und durch die spezielle Konzeption dieser Konsolen.

00:12:23: haben sie einen sogenannten immersiven Blick.

00:12:26: Das heißt, sie haben das Gefühl, dass sie sich selbst im Patienten drin befinden und nicht von außen da drauf schauen.

00:12:38: Das macht was mit ihnen und das macht es besser in der Wahrnehmung tatsächlich.

00:12:43: Und dann kommt eben die Präzision der Instrumente hinzu.

00:12:46: Sie sind absolut zitterfrei.

00:12:49: Was die Optik angeht, die Kamera wird ja von einem Assistenten bei der Operation erhalten, wenn man Laparoscopiert.

00:12:55: Also Bauchspiegel bei der robotischen Laparoscopie ist es ein Roboterarm, der sich keinen Mikrometer bewegt.

00:13:04: Das heißt, sie steuern den und wenn sie den fest in einer Position verankern, dann bleibt er da fest.

00:13:10: Der wackelt nicht und damit ist ihre Sicht besser und ihre Konzentrationsfähigkeit erhöht.

00:13:15: Die Instrumente, die sie bedienen, Das Gleiche.

00:13:19: Sie haben einen sogenannten Tremofilter.

00:13:21: Das heißt, wenn Sie selber zittern in der Laparoscopie, merken Sie das.

00:13:28: Sie haben ein dreißig bis vierzig Zentimeter langes Instrument in der Hand.

00:13:31: Und wenn Sie sich in Ihrem eigenen Bereich der Handgelenke nur wenige Millimeter bewegen, wird das auf der Länge von dreißig bis vierzig Zentimeter in einige Zentimeter Bewegung übersetzt.

00:13:42: Das heißt, das ist ungenauer.

00:13:45: Bei der Robotarchäologie ist es so, dass diese Bewegung praktisch rausgefiltert werden.

00:13:50: Das heißt, sie operieren zitterfrei.

00:13:52: Und selbst wenn sie mal eine Bewegung machen, die sie so nicht hundert Prozent beabsichtigt haben, hat das nicht so dramatische Auswirkungen wie beim freien

00:14:04: Opervier.

00:14:04: Was Sie auch gerade bei Operationen, ich weiß, irgendwie das ist die Urologie, hatten Sie ja auch nochmal gesagt, hat ja auch bei Frostatok-Operationen in der Winschen eingesetzt.

00:14:13: Das ist ja wichtig, das Nerven schon zu arbeiten.

00:14:16: Gibt es auch Neurochirurgen, die am Hirn mit Robotermedizin oder noch

00:14:20: nicht?

00:14:21: Bisher noch nicht.

00:14:21: Das hat aber was damit zu tun, dass der Zugangsweg ins Gehirn durch den Knöchern und den Schädeln muss.

00:14:28: Und der Raum ist da so eng, dass da für dieses Instrumentarium kein Platz ist.

00:14:33: Die interventionelle Neurochirurgy ist eher im Bereich der Gefäßmedizin.

00:14:39: Bei den Gehirnstrukturen selber ist bisher noch kein minimalinvasives Operieren in der Form möglich, so wie wir das im Bauchraum machen.

00:14:47: Welche Rolle spielt KI in dem Zusammenhang?

00:14:49: Also wird sich das weiterentwickelt?

00:14:51: Das ist sozusagen, wenn man von einem Gamechanger sprechen will, also die Robotik ist ja, wie ich schon sagte, eher ein Telemanipulator.

00:15:00: Sie ist natürlich die Zukunft.

00:15:02: Sie ist deswegen die Zukunft, weil sie nicht nur ein Operationssystem ist, sondern eine Plattform für die Integration von digitalen Anwendungen jeglicher Formen.

00:15:12: Und da spielt KI natürlich eine große Rolle.

00:15:14: Also beispielsweise ist es jetzt schon so, dass die Daten, die das System während der Operation erhebt, also alles, was ich mache, während einer Operation wird in einer Cloud gespeichert.

00:15:28: Aus diesen Daten werden über KI-basierte Systeme irgendwann praktisch Algorithmen entwickelt werden, die bestimmte Strukturen und Abweichungen von der Genauigkeit bei der Operation tatsächlich bemessen können.

00:15:49: Auch Hilfestellung bei der Operation geben.

00:15:51: Also wenn Sie sich vorstellen, dass Millionen von Chirurgen weltweit irgendwann mit diesen Systemen operieren und wir diese Daten erfassen, Big Data und dann daraus Algorithmen entwickeln, dann kann es sein, dass relativ zeitnahe Systeme verfügbar sind, die einem Operateur, der neu anfängt mit so einem Operasystem zu arbeiten oder eine Operation vielleicht zum ersten Mal macht, praktisch Tipps während der Operation eingeblendet bekommt.

00:16:18: Achtung, an dieser Stelle könnte es sein, dass das und das passiert.

00:16:24: Es wird empfohlen folgende Vorgehensweise.

00:16:26: Das ist ja Wahnsinn.

00:16:27: Das ist ja wirklich ein Wissenstransfer, der sich immer weiterentwickeln wird.

00:16:31: Und Sie haben jetzt gesagt, Sie haben selber schon hier im Haus ... Wie viele Operationen gemacht?

00:16:38: Ich selber habe so ungefähr hundertfünfzig Operationen durchgeführt.

00:16:42: Jetzt, seit wir das System haben und meine beiden Oberärztin, die auch mit dem Arbeiter operieren in absteigender Reihenfolge, wahrscheinlich nochmal auch so knapp unter hundert und die andere Kollegin wird wahrscheinlich jetzt so dreißig, vierzig eingefallen haben, weil die als Letzte dazu gekommen ist, aber das wächst ja dann weiter.

00:17:03: Wir werden irgendwas über zwei Hundert Eingriffe hier im Haus

00:17:06: schon durchgeführt.

00:17:07: Wir wollen sich auf weitere Innovationen.

00:17:08: Wir müssen ja sicherlich noch lange arbeiten.

00:17:10: Das heißt, wir können noch einige Hundert Operationen machen.

00:17:14: Super spannendes Thema.

00:17:16: Ich finde, da könnte man wirklich eine weitere Folge, das ist ja fast so eine Vorlesung.

00:17:21: Wir müssen jetzt bei den Laien ja bleiben und ich bin ja auch Laie.

00:17:25: Ich danke Ihnen ganz herzlich und vielleicht haben Sie noch irgendwas, ich gucke jetzt oder überlege noch gerade, ob wir was vergessen haben, was vor die Zuhörerinnen und Zuhörer wichtig ist.

00:17:34: Die Operationen haben Sie schon besaft, mit welchen Operationen man starten kann.

00:17:39: Vielleicht noch mal, so gibt es noch ein Konkurrenzroboter, wo man saft, also es ist ja auch Marketing,

00:17:44: die Sie... Klar, also die Firma, die ich eben genannt habe, ist natürlich der Marktführer, weil Sie die Ersten waren.

00:17:49: Es gibt aber mittlerweile... fünf, sechs weitere konkurrenzfähige Systeme auf dem internationalen Markt, die nach und nach jetzt in diese Bereiche natürlich vorgehen.

00:18:00: Die alle mit unterschiedlichen Ansätzen arbeiten und ich bin ja auch nicht da, um sozusagen Werbung für ein Unternehmen zu machen.

00:18:07: Es ist schon so, dass das System sehr ausgereift ist, weil sie einfach die langjährige Erfahrung haben.

00:18:12: Das heißt, die haben jetzt mittlerweile die fünfte Generation dieses Systems in die Anwendung gebracht.

00:18:19: Und da haben natürlich die anderen Unternehmen noch ein bisschen Nachholbedarf können, aber natürlich auch von den Erfahrungen profitieren.

00:18:24: Aber es sind mittlerweile verschiedene Systeme weltweit und auch in deutschen Krankenhäusern im Einsatz.

00:18:30: Das heißt,

00:18:30: man muss natürlich mal up-to-date bleiben, wenn man sich damit beschäftigt.

00:18:34: Letzte Frage an Sie, Dr.

00:18:35: Renter.

00:18:36: Wie sieht es denn bei Ihnen aus, würden Sie sich selber mit dem Roboter, also Sie könnten sich nicht selber operieren, aber würden Sie sich operieren lassen?

00:18:42: Auf jeden Fall.

00:18:42: Auf jeden Fall.

00:18:43: Auf jeden Fall.

00:18:44: Auf

00:18:44: jeden Fall.

00:18:45: Sie würden immer dafür bedienen, die Kasse mitmachen.

00:18:47: Ja, also ich sehe ja, was wir damit tun und wie gut es unseren Patienten geht.

00:18:52: Also ein Beispiel ist, haben wir gestern noch drüber gesprochen, weil wir eine interne Auswertung gemacht haben.

00:18:58: Und wir sehen jetzt bei zum Beispiel in der Dickdarm-Operation.

00:19:02: Als die Patienten auch mit einem Bauchschnitt operiert worden sind, da haben die früher teilweise vierzehn Tage bis drei Wochen in der Klinik verbracht.

00:19:10: Also vor Schmerzen nicht aus dem Bett kamen und und und.

00:19:12: Und auch

00:19:12: viel Physiotherapie brauchten, um mobil zu werden, wahrscheinlich.

00:19:15: Alles, alles.

00:19:16: Kostaufbau hat lange gedauert und und und.

00:19:19: Mit den minimalen invasiven Techniken ist das immer besser geworden.

00:19:23: Also wir konnten Liegezeiten von unter einer Woche realisieren.

00:19:27: Ich habe jetzt Patienten nach Dickdarm-Operationen und das sind keine zwanzigjährigen, sondern das sind fünfzig, sechzig und siebzigjährige, die mich am zweiten Tag nach der Operation fragen, ob sie nach Hause können.

00:19:38: Und das ist natürlich total verrückt.

00:19:41: Das ist

00:19:41: für den Patienten ja wichtig, die Schmerzfreiheit zu haben, wieder in Bewegung zu kommen und von daher tolle Sache.

00:19:47: Also wir sind begeistert, die Patienten sind begeistert und wir werden das weiterentwickeln in allen Bereichen, wo es uns möglich ist.

00:19:56: Wie ich schon sagte in Deutschland ist es eben nicht nur durch die medizinische Indikation sozusagen getrieben, sondern die wirtschaftlichen Spiele eine große Rolle.

00:20:05: Wenn wir davon frei werden, wir könnten viel mehr Gutes tun.

00:20:09: Ja,

00:20:10: herzlichen Dank.

00:20:10: Sie haben ja schon viel Gutes getan.

00:20:12: Vielen Dank Herr Dr.

00:20:13: Winter.

00:20:13: Danke eben.

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