Alltag zwischen Pflege und Social Media

Shownotes

Sie hat auf Instagram mehr als 50.000 FollowerInnen – und das ganz ohne die typischen Themen, die man dort sonst erwartet. Keine Mode, keine Musik-Trends, keine Katzenvideos.
Stattdessen nimmt Sandra Schmitz ihr Publikum mit in eine Welt, die viele nur von außen kennen: den Arbeitsalltag in der Pflege.

Sandra arbeitet in der GFO Klinik Engelskirchen – als Pflegerin und Praxisanleiterin. Auf Social Media zeigt sie, was ihren Beruf wirklich ausmacht: Teamwork, Verantwortung, Emotionen – und jede Menge Menschlichkeit. Und das Ganze mit viel Humor, ehrlichen Einblicken und einem Blick für die kleinen Momente, die im stressigen Klinikalltag oft untergehen.

Dabei geht es nicht nur ums Unterhalten. Sandra gibt auch wertvolle Tipps für BerufseinsteigerInnen, spricht über Herausforderungen im Pflegealltag und macht Mut, dranzubleiben – gerade dann, wenn’s anstrengend wird.

In dieser Ausgabe von „Lebenslinien“ erzählt Sandra, wie sie auf die Idee gekommen ist, Pflege auf Instagram sichtbar zu machen, warum sie ihren Beruf so liebt – und natürlich auch, wie das eigentlich ist, wenn die eigene Tochter plötzlich mitbekommt, dass Mama im Internet bekannt ist.
Findet sie das cool? Oder eher… cringe?

Transkript anzeigen

00:00:03: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des GFU-Podcasts Lebenslinien.

00:00:16: und heute spreche ich mit einer Kollegin aus der GFU Engelskirchen, die auf Instagram knapp sechzigtausend Followerinnen hat, eine Zahl, die ich übrigens gerne auch mit meiner Band erreichen würde.

00:00:27: Auf ihrem Kanal gibt es aber keine Musik, keine Mode, keine Schminktipps, keine Koche-Zepte, keine Lebentipps oder auch keine kleinen Kätzchen zu sehen oder Hundewelten zu bewundern, sondern sie berichtet einfach aus ihrem Beruf als Pflegerin.

00:00:41: Genauer gesagt, sie breitet angehende Pflegekräfte auf ihren eigenverantwortlichen Berufseinsatz vor, mit einem Blick in Tipps hinweisen und vor allem, ich muss wirklich sagen, mit viel Freude für ihren Beruf.

00:00:54: Wir haben gesagt, dass wir uns duzen.

00:00:55: Hallo, Sandra Schmitz.

00:00:57: Hallo.

00:00:58: Schön, dass du da bist.

00:00:59: Und vielleicht stellst du dich mal ganz kurz unseren Hörern und Hörern vor, seit ein bisschen der GFO und in diesem Beruf.

00:01:06: Also, mein Name ist Sandra Schmitz.

00:01:08: Ich bin Gesundheits- und Krankenpflegerin.

00:01:11: Und Praxsanleiterin für Pflegeberufe.

00:01:13: Ich habe in Engelskirchen schon meine Ausbildung gestartet.

00:01:18: Zwischendurch mal einen kleinen Exkurs gemacht, mal was anderes.

00:01:21: Wie das manchmal ist im Laufe des Lebens.

00:01:24: Und bin dann wieder wieder da gelandet.

00:01:26: Ich hab dann auch die Weiterbildung zur Praxsanleiterin für Pflegeberufe abgeschlossen.

00:01:33: Und bin jetzt quasi ein Urgestein in ... In Engelskirchen.

00:01:38: Ja, ich meine, es ist mir freut sich immer, wenn die Leute doch relativ lange bei einem Unternehmen bleiben.

00:01:43: Mich interessiert jetzt mal ganz ehrlich, als erstes wieder auf die Idee gekommen, bis ein Instagram-Kanal für Pflegeanleitungen zu machen.

00:01:50: Es gibt ja schon verschiedene im Netz, die sagen wir mal... Pflegeberufe vorstellen oder das Ganze so eine Comedy-Ecke stellen.

00:01:57: Hattest du da schon immer so eine große Affinität zu den sozialen Medien oder war es dein Beruf, der dich da reingebracht hat?

00:02:03: Was war also der Grund und die Idee, einen eigenen Instagram-Kanal dafür zu starten?

00:02:09: Ich habe über die Zeit, in der ich Praxanleitung gemacht habe, es gab damals, das ist eine ganze Weile her, schon bei uns im Haus ... Auszubildende waren es, glaube ich, die so ein bisschen berichtet haben, was sie machen, das ein bisschen begleitet haben über den GFO-Kanal.

00:02:26: Und ich habe immer gesagt, ich fände es spannend, die Praxisanleitung einfach auch mal zu zeigen.

00:02:31: Und das, was ich oder wir da tagtäglich tun, waren einfach so Gedanken, die in den Raum geworfen waren.

00:02:36: Und irgendwann habe ich angefangen, habe dieses Profil erstellt, allerdings erst mal ohne Videos.

00:02:40: Also gestartet bin ich mit Fotos und Text, weil ich bin Mensch, ich formuliere gerne fasse Gedanken in Texte, schreib das einfach so für mich.

00:02:49: runter und habe dann halt so ein bisschen Einblicke in den Pflegealltag.

00:02:52: Also es war gar nicht so nur der Fokus Praxisanleitung, sondern das, was ich mache, egal ob es, also ich habe ja eine geteilte Stelle, dass ich zum einen selbst noch auf Station bin, aber halt auch in der Praxisanleitung.

00:03:04: Und so habe ich dann halt immer mal wieder versucht, so ein bisschen Einblicke zu zeigen und was dazu zu schreiben.

00:03:11: Ja und irgendwann kam es dann anders.

00:03:15: Weißt du noch die ersten zwei Videos, die du gemacht hast?

00:03:18: Das allererste war tatsächlich, eine Auszubildende kam damals auf mich zu, hat gesagt, warum machst du nicht mal ein Video?

00:03:25: Und meine Aussage war, ich, mich selber, film, niemals.

00:03:29: Okay, dann hab ich's doch gemacht.

00:03:31: Und das erste Mal war Auskleiden beim Verlassen des Isuzimmers.

00:03:36: Heute lach ich über dieses Video oder Schmunzel.

00:03:38: Lachen kann man nicht sagen.

00:03:39: Ich würd's heute nicht mehr genauso drehen.

00:03:41: Man sieht sich selber und denkt sich so, oha.

00:03:44: Aber ... irgendwie ist das erste Video schon direkt gut angekommen.

00:03:49: Und das Zweite war, glaube ich, Umgang mit Insulinpens und Kanülen aufschrauben, Entlüften, also, dass ich dann Hinweis gegeben habe, dass man die entlüften sollte.

00:03:59: Ja.

00:04:01: Ich frage deswegen mal, die meisten fange ich mit irgendwas anderem an und nicht direkt aus dem Beruf, direkt Video-Kanal zu machen.

00:04:09: Die Inhalte an der Videos drehen sich ja doch um die Arbeit, also auch als Pflegeanleiterin.

00:04:15: andere denken hingegen, wenn ich Feierabend habe, dann habe ich Feierabend.

00:04:19: Wieso machst du dann auch in deiner Freizeit weiter?

00:04:21: Weil das ist ja dann doch sehr zeitintensiv, was du machst.

00:04:25: Du hättest ja auch ganz andere Inhalte nehmen können, sagen wir mal, wenn du jetzt Musik getrossiert bist, eben sagt ich ja schon Musik oder Katzenbabys oder Mude, da kann man ja auch viel Geld verdienen.

00:04:36: Also, wieso bist du dann da so hängen geblieben, in deiner Freizeit weiter noch zu arbeiten?

00:04:43: Ich hab ja quasi das, was ich mit voller Begeisterung tue.

00:04:47: Und das ist nur mal die Praxanleitung.

00:04:48: Also, ich liebe mein Job total und mach das super gerne und gehe da sehr drin auf und hab das versucht zu begleiten und zu zeigen und hab irgendwann recht schnell festgestellt, du erreichst Menschen mit dem, was du machst.

00:05:00: Und das war einfach schön.

00:05:01: Also, für mich ist die schönste Sache dahinter, dass ich wirklich Rückmeldung bekomme von Menschen, die ich damit erreiche.

00:05:10: Ja.

00:05:11: Also, das war einfach so, meinen Ansporn zu sagen, hey, das, was du da machst, das erreicht jemanden auch, wenn du die Person gerade nicht siehst und nicht weiß, wer es ist.

00:05:19: Aber da sind echte Menschen dahinter, die davon profitieren, von dem, was du da mit auf den Weg gibst.

00:05:25: Du hast gerade was angesprochen.

00:05:27: Von meinem Podcast las ich auch immer Freunde und Freundinnen mal drüber gucken, über die Themen, die ich da behandle.

00:05:33: Da hab ich natürlich auch dich mal so gezeigt.

00:05:35: Und was mir natürlich auch den anderen aufgefallen ist, und wahrscheinlich auch deinen ganzen Follow-In.

00:05:40: Vorbei das ist ja unglaublichen Enthusiasmus, auch Spaß an deinem Beruf.

00:05:44: Man merkt ja wirklich, dass du da mit Leib und Seele dabei bist.

00:05:46: und das alles, ohne den doch häufigen solchen Berichten oder Beiträgen auftreten, erhobenen Zeigefinger, was man alles nicht darf, sondern im Urlaub ist ja bei dir das Gegenteil, das darf man oder soll man.

00:05:59: Und man liest ja und häufig auch in so Pflegeforen dieses Negativ so schlecht bezahlt, furchtbare Arbeitszeiten.

00:06:07: Wäre ich bloß nicht in die Pflege gegangen?

00:06:09: und der Respekt fehlt vollkommen.

00:06:11: Bei dir absolut das Gegenteil.

00:06:14: Man merkt dir da dein Herzblut an.

00:06:16: Und jetzt ist natürlich die Frage, woher kommt dieses Herzblut dafür?

00:06:20: Und was magst du so an dem Pflegeberuf und auch an der Praxiserleitung?

00:06:26: Also, ich kann nur sagen, Ich war noch sehr, sehr jung, ich glaub, fünf Jahre alt, wo ich zu meiner Mutter gesagt hab, ich möchte Krankenschwester werden.

00:06:36: Und man denkt ja so, ach ja, das sagt man so dahin.

00:06:39: Mal gucken, wo das Leben einen wirklich hinführt.

00:06:41: Tatsächlich bin ich durch Praktikas und ähnliches genau da gelandet.

00:06:44: Und es hat sich irgendwie nie was daran geändert.

00:06:48: Also für mich war immer klar, ich gehe in diesem Beruf, ich mach das.

00:06:51: Ich kann heute nicht mal sagen, warum.

00:06:53: Und was mein Indikator war, aber irgendwie war in meinem Kopf, ich möchte Krankenschwester werden.

00:06:58: Und ich weiß noch, meine Mutter lag vor vielen, vielen Jahren, da war ich zwölf, dreizehn im Krankenhaus und hatte eine Mitpatientin der ältere Dame, die auch auf Hilfe angewiesen war, die dann, als ich meine Mutter besucht hab, immer irgendwelche Kleinigkeiten hatte.

00:07:11: Und die hat dann immer mich gefragt, und kannst du mal, und hier und da, die hat sich so gefreut darüber, wo ich gedacht hab, schön ist es schon.

00:07:19: Klar gibt's auch Momente, wo man dann mal denkt, okay, jetzt gerade ist es was viel, gerade mit dreizehn.

00:07:25: Ich weiß nicht mehr, wie alt ich da war.

00:07:27: Aber genau das habe ich mir auf die Fahne geschrieben, als ich mit dieser Instagram-Sache angefangen habe.

00:07:31: Ich möchte eben nicht das, was man auf vielen Profilen sieht, dieses Pflege ist schlecht, Pflege ist für mich.

00:07:37: Also ich habe eine ganz andere Einstellung.

00:07:39: Ich finde Pflege einen unglaublich kompetenten Beruf mit unglaublich vielen Fertigkeiten und Fähigkeiten.

00:07:48: Und ... Ja, ich kann nur immer wieder mit Begeisterung sagen, dass ich es einen tollen Beruf finde.

00:07:53: Und auch wenn ich Kollegen höre, die sagen, würdest du deiner Tochter den Beruf empfehlen, sage ich ganz klar, ja.

00:07:59: Wenn sie das möchte, ja.

00:08:00: Aber ich würde sie nicht zwingen.

00:08:02: Und ich würde nicht sagen, mach's um jeden Preis.

00:08:05: Aber sie muss das finden, was ihr liegt.

00:08:07: Und wenn's das ist, warum nicht?

00:08:08: Warum soll ich ihr Stein in den Weg legen?

00:08:10: Und das war dann der Grund auch, dass du gesagt hast, ich möchte gerne Jüngere in diesem Beruf anleiten.

00:08:16: Es ist ja nicht nur Jüngere, also meine Auszubildenden sind ja wirklich, das ist eine Bandbreite von sechzehnjährigen bis hin zu fünfzigjährigen, also da ist alles dabei.

00:08:26: Klar, der Fokus ist oft zu Jünger in Anführungsstrichen, also der Großteil ist meistens schon unter dreißig, würde ich jetzt mal sagen.

00:08:36: Aber im Prinzip ... hat sich das irgendwie ergeben, dass ich gesagt habe, ich find das toll.

00:08:40: Und durch diese Sache, die ich bei Instagram mach, war der Gedanke auch junge Leute.

00:08:44: Ich sehe bei meiner Tochter zum Beispiel, die wissen oft nicht, was bedeutet Pflege überhaupt.

00:08:49: Die haben gar keine Vorstellung dahinter.

00:08:50: Also, als ich meine Tochter gefragt hab, kannst du dir vorstellen, Praktikum bei uns im Bereich zu machen, hat die erst mal nein gesagt.

00:08:57: Das Bild, was sie aber von Pflege hatte, hat gar nichts mit dem zu tun, was ich tagtäglich tue.

00:09:02: Man hat halt so ein Gedanken im Kopf, so wie, wo wir eben sagten, nur negativ belastet.

00:09:08: Aber im Endeffekt hat sich rausgestellt, dass sie gar nicht das Wissen dazu hatte.

00:09:13: Und das finde ich halt auch spannend.

00:09:16: Ich möchte gerne auch Leute erreichen, die selber noch nicht wissen, was mache ich denn nach der Schule?

00:09:21: Und einfach mal einen Einblick kriegen und eben sehen, okay, Pflege ist nicht nur ... Hintern abputzen oder ähnliches, sondern da steckt ja noch viel mehr dahinter.

00:09:32: Ja, das ist natürlich so ein Punkt.

00:09:35: Ich persönlich habe sehr viele Freunde, die in der Pflege heggengeblieben sind durch den Zivildienst.

00:09:40: Das muss man ganz ehrlich sagen.

00:09:42: Ich finde das jetzt kein politisches Statement, dass man sagt, ich wäre immer noch dafür, dass alle dazu verpflichtet sind, so etwas zu machen, ob sie dann zur Bundeswehr gehen wollen.

00:09:51: Ist deren Entscheidung aber im sozialen Jahr für alle.

00:09:54: Oder würde ich auch Migranten und alle mit rein.

00:09:56: Dann würden wir auch für diesen Beruf wieder etwas mehr begeistern können.

00:10:00: Denn es ist wirklich mehr als hinterne abwischen.

00:10:05: Immer dieses furchtbare, einzige Bild, das man hat, dass man immer schnell die Minaklurrolle durch die Gegend trennt.

00:10:09: Das ist für dich auch so ein völlig falsches Bild.

00:10:14: Aber irgendwie ist es in den Köpfen ja drin.

00:10:16: Also irgendwie ist da ja genau das.

00:10:19: Klar, ja, jetzt wäre natürlich eine philosophische Diskussion.

00:10:22: Das machen wir dann beim nächsten Mal.

00:10:25: Ob das Bild wirklich von außen immer wieder reingetragen wird oder ob das auch von innen nach außen getragen wird.

00:10:30: Dass man also seinen negativen Seiten sozusagen immer darstellt und sich auch eine gewisse Wichtigkeit gibt, indem man sagt, ich schippe jeden Tag den Stuhl anderer Leute.

00:10:40: Und ich finde halt eben... Meine eigene Einstellung macht eine Menge aus.

00:10:44: Da sind wir wieder beim Kernpunkt, dass ich sage, wenn ich mit der Einstellung hingehe und sage, ich gebe mein Bestes, und das wird nicht jeden Tag tausend Prozent sein.

00:10:52: Es gibt Tage, da hab ich vielleicht mal irgendwas, wo es mir schwerfällt oder der Patient oder ... Ich weiß es nicht, aber es wird nie alles immer perfekt sein, gerade in der Pflege.

00:11:02: Vieles weicht vom Plan ab.

00:11:04: Aber ich habe die Grundeinstellung, dass ich sage, ich gebe mein Bestes und das jeden Tag aufs Neue.

00:11:09: Ja, ich ... Das ist jetzt wieder auch, oh Gott, das könnte ein sehr, sehr langer Podcast werden, aber wir kommen mal wieder zurück zum Film haben.

00:11:17: Klar, die Frage ist ja allgemein, gehe ich einen Job nach oder gehe ich einen Beruf nach?

00:11:21: Das ist ja schon, oder eine Arbeit nach, das ist ja schon von der Einstellung her ein völlig anderes Bild, den ich da folge.

00:11:28: Besonders beliebt sind aber deine Tipps und Hinweise als Pflegeranleiterin.

00:11:31: Man merkt auch immer, dass du ziemlich genial vorbereitet bist.

00:11:36: Klar, wo kommen da die Ideen?

00:11:38: Hier, ich nehme als Beispiel mal dein Video, wo du ein Zimmer für das Thema Sturzprävention präpariert hast.

00:11:45: Jetzt komme ich nicht originär aus der Pflege, ich bin auch kein Pfleger.

00:11:48: Aber das hat sogar selbst mit du, wie man erklärt, worauf ich achten müsste, was alles für Sturzmöglichkeiten sind, welche Sturzmöglichkeiten es da gibt.

00:11:58: Wie kommst du dann auf die Ideen zu sagen, so mache ich das heute, so mache ich das morgen, wie kommst du an den Themenauswahl?

00:12:05: Erst mal sehr, sehr schön, dass ich damit auch Menschen erreiche, die nicht in der Pflege unterwegs sind.

00:12:10: Das ist ja für mich eine schöne Rückmeldung.

00:12:12: Kann ich dir direkt sagen, ich habe das vier Freundinnen und drei Freundinnen gezeigt, die alle da gesessen haben und fasziniert sind.

00:12:19: Ach, das macht man auch in der Pflege.

00:12:21: Und die sich auch darüber etwas amüsiert haben, jetzt nicht im Sinne von Auslachen, sondern gesagt haben, so, es ist aber nett gemacht, schön gemacht, dass selbst als Außenstehender man sieht, was da eigentlich für Aufgaben alle anstehen.

00:12:35: Also Sturzprophylaxe gehört zu den Basics direkt im ersten Einsatz, wenn die auszubildenden in der Schule sind.

00:12:40: Die haben ja erstmal einen Theorie-Block.

00:12:42: Und wir haben ja bei uns einen Onboarding-Projekt ins Leben gerufen, dass die dann wirklich zwei Monate von uns Praxisanleiter und Praxisanleiterin begleitet werden.

00:12:57: Das heißt, wir bringen denen die Basics bei und da gehört zum Beispiel, also wir haben Module erstellt, wo wir gesagt haben, das hätten wir gerne drin in diesem Onboarding-Projekt, haben uns im Vorfeld Gedanken gemacht, was sind diese Punkte?

00:13:09: und da war unter anderem Thema Sturzprophylaxe.

00:13:12: Wir sind vier Praxisanleitungen, die beteiligt sind und haben uns diese Themen aufgeteilt und mir ist dann halt diese Sturzprophylaxe zugeteilt gewesen.

00:13:19: Und ich habe für mich so überlegt und hab gedacht, na ja, deine Auszubildenden hatten alle Theorieunterricht, kommen gerade aus zwei Monaten Schulblock und sind oft von Wissen erschlagen worden vielleicht und sitzen da und hören zu.

00:13:32: Und dann hab ich mir die Frage gestellt, wie kannst du das so gestalten, dass du eher das Wissen abfragst, aber auf eine spielerische Art, ohne dass die da sitzen und sich abgefragt fühlen?

00:13:42: Und so ist diese Geschichte ins Leben gerufen worden.

00:13:45: Und die Ideen dafür, die du in Gemeinschaft oder sitzst zu Hause, wo würdest du daraus, die würde ich am besten verstehen?

00:13:54: Also sehr, sehr viele Sachen kommen mir spontan in den Sinn.

00:13:57: Hier war es jetzt so, der Kollege hatte durch eine Geburtstagsfeier, die er hatte, Tatortkärtchen dastehen.

00:14:05: Und die habe ich dann gesehen.

00:14:07: Dann irgendwie überlegt, wie kann man das net gestalten?

00:14:10: Also das war jetzt einfach ein Zufall und diese Tartout-Kärtchen gehören jetzt zu unserem Onboarding-Projekt dazu.

00:14:15: Das Onboarding-Projekt, ganz kurz mal, also ihr begleitet die da wirklich von Anfang an.

00:14:23: Ist das jetzt so ein Pilotprojekt oder ist das so eine Sache, die jetzt nur für euch dein Engelskirchen

00:14:28: habt?

00:14:29: Wir haben es letztes Jahr das erste Mal gemacht.

00:14:31: Da war es quasi ein, wir testen mal, wir gucken mal, wo es hinführt und durften es zum Glück dieses Jahr wiederholen.

00:14:37: Also ich bin auch absolut dafür, die Auszubildenden profitieren, die Stationen profitieren.

00:14:42: Die werden wirklich diesen Monat, also der November ist das in der Regel, die kommen im November und werden dann den November von uns begleitet und rotieren dann ein bisschen.

00:14:51: Also wir haben Räume auf einer Station, wo halt Uns Patienten, Zimmer, wo keine Patienten drin liegen, zur Verfügung stehen.

00:15:02: Und parallel arbeiten wir aber auch im echten Stationsgeschehen.

00:15:05: Also wir mischen uns in beides rein und das rotiert dann wie so ein Zirkeltraining.

00:15:10: Hätte ich jetzt fast gesagt.

00:15:12: So, dass alle wirklich alles durchmachen.

00:15:15: Jede Muskelgruppe.

00:15:16: Zirkeltraining ist dafür sehr schön.

00:15:18: Das

00:15:19: müssen

00:15:20: wir natürlich vielleicht abhängig davon, wie das Personal ... personell bewerkstelligt werden kann in einer Klinik oder im Altenheim.

00:15:28: Aber an sich kann ich nur sagen, man profitiert wirklich sehr davon.

00:15:31: Also sowohl die Auszubildenden, wie ich gerade schon sagte, als auch wirklich die Stationen, die rückmelden, ey, das ist wirklich super, die kommen im Dezember auf Stationen und die können die Basics, die können Blutdruckmessen, die können Werteintragen, die können wirklich die Basics für den Anfang sitzen erst mal.

00:15:48: Und die Auszubildenden fühlen sich nicht ins kalte Wasser geschmissen.

00:15:51: Aber das ist der Punkt, der manchmal so ein bisschen bei so einer Ausbildung am Anfang etwas schwierig daherkommt.

00:15:58: Kommen wir trotzdem mal zurück.

00:15:58: Was sind so die Themen?

00:16:00: Man guckt ja doch immer selber auch aus Interesse, was ist gut angekommen, was ist weniger gut angekommen.

00:16:05: Was waren die Themen, so drei, vier Stück, die so besonders gut angekommen sind, wo du sagst, oh, da hat's ... Echt tolles Wagen gegeben.

00:16:13: Absolutes Highlight ist die Sache mit dem Deckel von der Infusion, von dem Antibiotikum in den Einkaufswagen.

00:16:21: Das ist irgendwie unangefochten Nummer eins aktuell.

00:16:26: Aber auch so Sachen Hygienethemen.

00:16:29: Ich mache ja schon mal so Sachen, nicht mit erhobenem Zeigefinger, aber ich mache ja schon mal so, das solltest du nicht machen, das gehört sich nicht, um einfach noch mal drauf aufmerksam zu machen, weil auszubildende sich das natürlich auch abgucken.

00:16:40: Also die Kollegen machen es, sind es gewöhnt, es so zu machen und die Auszubildenden machen es nach.

00:16:45: Und sowas mache ich dann auch schon mal und das kommt auch eigentlich immer ganz gut an.

00:16:49: Aber auch, also Hygiene ist immer ein Thema, sage ich jetzt mal, Hygieneschüsse arbeiten.

00:16:54: Da hat immer irgendwer irgendwas zuzusagen, hätte ich jetzt fast gesagt.

00:16:59: Aber was auch gern gesehen ist in so Sachen, ich mach ja auch schon mal gerne so Miniserien.

00:17:03: Jetzt aktuell hab ich mir das Thema Schilddröse und Umgang mit Schilddrösenmedikamenten auf die Fahne geschrieben.

00:17:09: Da kommt jetzt so ein bisschen was.

00:17:11: Oder dann war mal einmal das Thema Rettungdrennage, Zehen in der Miniserie oder Infusionstherapie.

00:17:16: Also sowas geht eigentlich immer ganz

00:17:19: gut.

00:17:21: Jetzt hast du ja fast sechzigtausend Follow in.

00:17:25: hat sich dann der Blick von deinen Schülerinnen auf dich ein bisschen geändert, so nach dem Motto, das ist ja schon eine ganz schöne Zahl.

00:17:33: Also guck die dann schon so ein bisschen nur, die ist halt im Internet vertreten oder sagen die dann, nö, die ist schon mal eine Praxisanleitung.

00:17:42: Also, bislang ist meine Erfahrung eigentlich nicht so extrem.

00:17:46: Also, das, was ich mitbekomme, ist nicht so.

00:17:48: Ich habe zum Teil externe auszubilden.

00:17:50: Also, es sind ja nicht nur die aus meiner Einrichtung, sondern die kommen ja auch von extern.

00:17:54: Und da war schon zwei, drei Mal jemand dabei, der gesagt hat, hey, ich kenne dich aus dem Internet.

00:17:58: Aber das war dann auch kurz mal Thema und danach eigentlich nicht mehr.

00:18:02: Das Schöne ist, ich nutze ganz gerne genau die Praxisanleitungstage um ... Vielleicht auch mal eine Sequenz zu drehen, weil ich dann jemanden habe, der die Kamera halten kann.

00:18:12: Und das ist dann von Vorteil.

00:18:13: Und die machen das eigentlich auch überwiegend ganz gerne mal.

00:18:18: Du bekommst ja wirklich unglaublich viele Reaktionen.

00:18:21: Das hat mich auch schon gewundert, weil häufig wird er nur geglückt oder dann steht toll.

00:18:25: Aber da kommen ja auch sehr viele persönliche Reaktionen.

00:18:27: Das heißt also, wo die Leute wirklich dich ansprechen.

00:18:31: Schaffst du es, die meisten zu beantworten?

00:18:33: Ich sehe, dass du sehr viele beantwortest, aber kann man dem immer noch hinterherkommen?

00:18:37: Ganz klares Nein.

00:18:40: Ich habe gestern oder das erste Mal eine Story aufgenommen, wo ich gesagt habe, ich komme im Moment nicht hinterher.

00:18:46: Und das, was man sieht, sind wirklich Kommentare.

00:18:50: Aber die Nachrichten, die ich bekomme, die sieht man als außenstehende Person ja nicht.

00:18:55: Die letzten zwei, drei Tage waren es wirklich unfassbar viele Nachrichten und ich würde so gerne auf alles antworten.

00:19:03: Ich schätze, dass sehr die Nachrichten jeder kommen und es kommen auch viele fachliche Fragen einfach.

00:19:08: Oder kannst du mir mal einen Tipp geben?

00:19:10: oder gestern noch gelesen, ich fange bald in der Pflege an, welche Schuhe kannst du mir empfehlen?

00:19:15: Also es kommt wirklich viel und ich würde am liebsten alles beantworten.

00:19:19: Aber ich kann's einfach nicht.

00:19:20: Und das tut mir auch manchmal echt leid, aber ...

00:19:23: Schwierig dann, ne?

00:19:24: Es geht schon ... Also, ich arbeite Vollzeit, komm nach Hause, mach das Projekt weiter.

00:19:28: Und irgendwo ist der Punkt, wo ich dann sag, es geht leider nicht mehr noch mehr.

00:19:33: Da muss ich jetzt direkt mal anschließen.

00:19:35: Eine etwas persönlichere Frage, wenn du die beantworten magst.

00:19:38: Du hast ja eine Tochter.

00:19:39: Was sagt die denn eigentlich zu den Aktivitäten ihrer Mutter im Netz?

00:19:43: Oder sagt die, das ist cringe?

00:19:45: Das war mir tatsächlich wichtig am Anfang.

00:19:47: Und als ich angefangen hab, war sie ja noch ein bisschen ... also, inzwischen ist sie fünfzehn.

00:19:53: Am Anfang hatte ich schon das Gefühl, dass das so ein bisschen ... gerade so in dieser Altersspanne so,

00:19:59: hm,

00:19:59: was macht die denn jetzt da?

00:20:01: Hoffentlich kriegt das keiner mit, aber ich glaube mittlerweile ... nicht mehr, nee.

00:20:07: Das Gefühl hab ich nicht mehr.

00:20:08: Das

00:20:08: ist schon mal ganz gut.

00:20:10: Wenn ihr eine eigene Tochter sagt, dass es schon in Ordnung, was du da machst, das ist ja schon Ritterschlag bei sozialen Medien.

00:20:18: Welche Folge bzw.

00:20:19: welches Thema würdest du gerne unbedingt noch machen?

00:20:23: Ja, das Schöne ist, da kommt jetzt in Zukunft was sehr, sehr schön ist, wo ich mich sehr darauf freue.

00:20:30: Ich darf jetzt gemeinsam mit der GFO das eine oder andere Projekt starten und da ist was Tolles in Planung, um auch mal Einblicke zu zeigen in Vielfältigkeit des Pflegeberufs.

00:20:41: Wo gibt es denn da überhaupt alles Stellen, wo man mal?

00:20:44: Ja, ich begebe mich quasi in die Position der Auszubildenden, die ja sehr oft ihre Bereiche wechseln.

00:20:50: Also die müssen ja flexibel sein.

00:20:53: Und ja, da wird's spannend.

00:20:56: Da freue ich mich drauf.

00:20:57: Auf jeden Fall.

00:20:58: Dann

00:20:58: warten wir da mal ab.

00:20:59: Wir kommen schon zur letzten Frage.

00:21:01: Jetzt muss ich das füge ich aufmachen, damit wir noch einmal Werbung für die Pflegeberufe machen.

00:21:06: Warum ist der Pflegeberuf ein schöner Ausbildungsberuf?

00:21:09: Und warum sollten junge Menschen genau da drin eine Ausbildung

00:21:12: machen?

00:21:13: Weil ich einfach glaube, dass dieser Beruf unglaublich viele Kompetenzen mitbringt, die man gar nicht so auf dem Schirm hat, aber unglaublich wichtig sind.

00:21:21: Ich finde, der Pflegeberuf macht mit einem selber unglaublich viel.

00:21:25: Also wenn ich mich selbst reflektiere zu Beginn der Ausbildung und heute, das ist einfach Wahnsinn.

00:21:30: Also ich hätte niemals gedacht, dass ich überhaupt mal vor Menschen spreche, geschweige denn, mich im Internet präsentiere oder Podcastfolgen aufnehmen oder ähnliches.

00:21:39: Und was ich auch, also die persönliche Entwicklung meine ich damit einfach.

00:21:45: Also egal in welche Richtung es geht, es geht ja nicht bei jedem Richtung Social Media oder ähnliches, aber die persönliche Entwicklung ist einfach enorm.

00:21:52: Und was ich unglaublich schätze und immer wieder meinen Auszubildenden sag.

00:21:56: die Geschichten, die Patienten und Patientinnen mir erzählen und anvertrauen.

00:22:01: Also ich sauge das quasi auf.

00:22:04: Ich mag das unglaublich, gestern noch zuletzt Praxanleitungssituationen und einfach Biografie einbeziehen, den Patienten mal erzählen lassen von seinem Leben.

00:22:15: Wo kommt er her?

00:22:15: Wie ist er aufgewachsen?

00:22:17: Wie hat die Person Mann oder Frau kennengelernt?

00:22:19: Also das alles ... Erzähl zu bekommen, finde ich ein Riesengeschenk.

00:22:24: Und das Zweite ist halt auch, man muss mal überlegen, sich in die Lage zu versetzen, derjenige, der da liegt, ist gerade im Krankenhaus oder in der Pflegeeinrichtung oder wo auch immer, hat vielleicht mal eine Stunde am Tag Besuch und sonst keinen um sich rum.

00:22:39: Und ich bin die Person, die er in sein Leben lässt.

00:22:42: Wunderschön gesagt.

00:22:43: Ich danke natürlich erst mal für das volle Gespräch.

00:22:46: Das nächste Mal sprechen wir uns, wenn du hunderttausend Follower hast.

00:22:49: Kann ja nicht mehr so lange hindauern.

00:22:51: Herzlichen Dank, dass du da warst.

00:22:53: Ich danke auch.

00:22:55: Und wir hören uns das nächste Mal bei GFO Podcast Lebenslinien.

00:22:58: und wie immer beendige ich diese Saison mit dem Satz des glorreichen Showstormer The Future ist am Ritten.

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