Der Kampf gegen die Pfunde
Shownotes
Deutschland nimmt zu: Rund zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen sind übergewichtig. Ein Viertel der Erwachsenen ist sogar stark übergewichtig.
„Übergewicht ist nicht gleich Übergewicht“, sagt Dr. med. Klaus Peitgen, chirurgischer Chefarzt in den GFO Kliniken Niederrhein und Leiter des zertifizierten Adipositaszentrums. Wir sprechen mit dem Experten über die Unterschiede des Übergewichtes sowie Risken und Behandlungsmethoden. Dabei geht es unter anderem um den Einsatz von Abnehmspritzen, um Diäten oder chirurgischen Eingriffen.
Schnell wird klar: Übergewicht ist nicht nur ein körperliches Problem, sondern ein soziales. „Keine Krankheit wird so stigmatisiert wie Adipositas“, sagt der Mediziner und gibt Einblicke in die Behandlung von Betroffenen.
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00:00:12: Lebenslinien zwischen Kopf, Herz und Schicksal.
00:00:15: Der Podcast zur Gesundheit, Leben und Pflege.
00:00:22: Deutschland im Zoo, der Kampf gegen die Funde.
00:00:24: So heißt heute unser Podcast Lebenslinien der GFO.
00:00:28: Wie geht es eigentlich Menschen mit starkem Übergewicht?
00:00:31: Was sind die Risiken?
00:00:32: Und wie kann ich diese überschüssigen Funde wieder loswerden?
00:00:35: Wir sprechen heute mit Dr.
00:00:37: Klaus Peidken.
00:00:39: Er ist Chefarzt der Fachabteilung Allgemein und Bistralchirurgie.
00:00:43: Und zusätzlich leitet er noch das Adipositaszentrum der GFO-Kliniken in Niederrhein an Standort in Dienstlagen.
00:00:51: Herzlich willkommen, Herr Dr.
00:00:52: Peitkin.
00:00:54: Ja, schön, dass ich da sein darf.
00:00:55: Willkommen noch mal in Dienstlagen.
00:00:57: Ich bin gespannt auf die nächste Viertelstunde.
00:01:00: Herr Dr.
00:01:01: Peitkin, in Deutschland sind rund zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen übergewichtig.
00:01:05: Das sagen Studien der Adipositasgesellschaft.
00:01:09: Ein Viertel der Erwachsen ist sogar stark übergewichtig.
00:01:12: Was sind die Hintergründe, dass die Gewichtszunahme stetig steigt, dass die Tendenz immer größer wird?
00:01:21: Die Hintergründe sind sehr vielfältig.
00:01:24: Da spielt unsere Kultivierung eine große Rolle.
00:01:28: Natürlich leben wir in einer Überflussgesellschaft.
00:01:30: Nahrungsmittel sind für wirklich jeden überall zugänglich.
00:01:38: körperliche tätigkeit lässt immer mehr nach.
00:01:41: das heißt wir brauchen eigentlich immer weniger kalorien aber wir essen oder wir nehmen immer mehr kalorien zu uns und das bedeutet dann erst mal automatisch wenn kalorienüberschuss ist dann nimmt man zu dann kommen halt soziale faktoren dazu es kommt genetik dazu und all das zusammen bedingt eben dass wir sehr sehr viele menschen hier in unserer umgegend haben die einfach übergewichtig oder schwer übergewichtig oder eben krankhaft übergewichtig sind.
00:02:08: In letzterm Fall beim krankhaften Übergewicht sprechen wir von Adipositas.
00:02:13: Kommen wir mal zu dem krankhaften Übergewicht, was Sie gerade oder von dem Sie gesprochen haben.
00:02:18: Sie sind ja Leiter des Adipositaszentrums hier in den GFO-Kliniken am Niederrhein.
00:02:24: Vielleicht erklären Sie uns oder sagen Sie uns, wie lange Sie schon an Bord sind und was können wir uns unter einem zertifizierten Zentrum genauer vorstellen.
00:02:33: Ich bin seit Oktober, hier in Dienstlagen Chefarzt.
00:02:36: Nur anekdotisch darf ich erwähnen, dass ich die ersten Jahre meiner Ausbildung von sechsen, achtzig bis zweinundundzig hier als Assistenzarzt am Winzenz-Hospital zugebracht habe.
00:02:45: Wir haben quasi mit meinem Eintreffen hier die Strukturen geschaffen für ein Adipositaszentrum und wir sind seit Jahrzehnteinzehnteinzehnteinzehnteinzehnteinzertifiziert und seit Jahrzehnteinzehnteinzehnteinzehnteinzehnteinzertifiziert.
00:03:00: Dieser Zertifizierungsprozess ist eine Prüfung aufgrund von strengen Kriterien, die von der Deutschen Gesellschaft für allgemeine Visceralchirurgie eben durchgeführt wird und im Moment gibt es etwa hundert Adipositaszentren in Deutschland.
00:03:15: Das ist eine ganze Menge hundert Adipositaszentren schon, aber Sie haben in einem Beitrag der Presse schon einmal gesagt, Übergewicht ist ja nicht gleich Übergewicht.
00:03:24: Was meinen Sie damit und worin liegen denn die Unterschiede?
00:03:28: Ja, also die Messlatte für die Unterscheidung ist der sogenannte Bodymass Index, BMI.
00:03:32: Den kann man sehr leicht errechnen.
00:03:35: Das sind die Kilogramm pro Quadratmeter Körperoberfläche.
00:03:38: Kann man in Apps und in Computerprogrammen sehr leicht zugänglich schnell berechnen.
00:03:43: Normal ist bis zu fünfundzwanzig der BMI zwischen fünfundzwanzig und dreißig sprechen wir von Übergewicht.
00:03:50: Zwischen dreißig und fünfund dreißig sprechen wir schon von Adipositas Grad Eins, also schon von krankhaftem Übergewicht.
00:03:57: zwischen fünf ist es das Grad zwei.
00:04:00: Alles über vierzig ist Grad drei.
00:04:02: Das sind die schwer übergewichtigen Patienten, wobei wir tatsächlich anders als die Weltgesundheitsorganisationen noch Grad vier und Grad fünf unterscheiden.
00:04:12: Grad vier sind die Patienten, die im BMI über fünfzig haben.
00:04:16: Also das sind schon sehr, sehr schwer gewichtige Patienten.
00:04:19: Und Grad sechs ist alles, was eben BMI über sechszig hat.
00:04:23: Das sind dann die schwerst übergewichtigen Patienten.
00:04:27: Und die schwerstübergewichtigen Patienten, ja, Dr.
00:04:29: Peitkin, die kommen dann zu Ihnen, ist das richtig so?
00:04:33: Ja, ist richtig.
00:04:33: Also wir kümmern uns im Wesentlichen um schwerst übergewichtige Patienten, deren einzige Möglichkeit in die Nähe eines normalgewichtes oder leichten Übergewichtes zu kommen, langfristig und eben auch nachhaltig, ist eben Chirurgie.
00:04:48: Das ist auch heute noch so, obwohl natürlich sie in den Medien viel über die so in einem Abnehmspritzen lesen, Abnehmtabletten, alle möglichen Verfahren lesen, das einzig effektive für diese schwerst übergewichtigen Patienten, also mit den über thirty-fünf ist immer noch Chirurgie.
00:05:06: Wenn wir uns jetzt den BMI nochmal genauer anschauen, haben Sie dann Beispiel, dass wir uns das auch noch vorstellen können in Zahlen.
00:05:12: Also das heißt, dass tatsächliche Gewicht im Verhältnis zu Körpergröße spielt eine Rolle.
00:05:17: Vielleicht nennen Sie da ein Beispiel.
00:05:20: Ja, wenn Sie mit ein Meter siebzig einen Körpergewicht haben um die hundertzwanzig Kilo, dann haben Sie den BMI über forty.
00:05:28: Genau, das sind das starke Übergewicht und natürlich haben wir auch ein Meter siebzig große Patienten und Patientinnen, die zweihundert, dreihundert und dreihundertfünfzig Kilo wiegen, die dann eben deutlich höheren BMI aufweisen.
00:05:41: Ist Adipositas denn jetzt eine Krankheit, die sich erst mal auf die Organe bezieht oder steckt dann noch viel mehr dahinter?
00:05:50: Das ist so.
00:05:52: Die Alipositas ist eine sehr vielschichtige Erkrankung, vielleicht wichtig zu erwähnen, dass seit vielen Jahren die Alipositas als eigenständige Erkrankung anerkannt ist, auch mittlerweile in Deutschland vom Bundesgesundheitsministerium, aber die Behandlung immer noch sehr uneinheitlich eben gehandhabt wird.
00:06:13: vielleicht auch noch interessant zu wissen, dass wir hier, wir sind ja im Umkreis von Duisburg, da gibt es die dicksten Menschen Deutschlands, also wir wissen durch den Mikrozensus in Deutschland, der alle fünf Jahre durchgeführt wird, dass in Nordrhein-Westfalen relativ betrachtet die meisten schwerst übergewichtigen Patienten leben.
00:06:30: und in Nordrhein-Westfalen gibt es zwei sogenannte Cluster, das ist die Gegend um Duisburg und die Gegend um Hagen in Westfalen.
00:06:38: Das stimmt mich jetzt wirklich sehr nachdenklich.
00:06:41: Also hat NRW die Nase voran, wenn es um das Thema Übergewicht gibt.
00:06:45: Mir fällt das häufiger auf, ich wohne in Köln, wenn man jetzt durch die Fußgängerzone bummelt, dass es immer mehr Menschen gibt oder ganze Familien, die an Übergewicht leiden.
00:06:55: Stellen Sie das auch fest in Ihrer täglichen Praxis, dass immer mehr Familien zu Ihnen kommen?
00:07:00: Ist das ein soziales Problem?
00:07:03: Wie würden Sie uns das erklären?
00:07:06: Ja, das ist unser tägliches Geschäft.
00:07:09: Wir haben nicht wenige Familien, die wir komplett operiert haben, wo also ein Kind, also wir reden jetzt aber über erwachsene Menschen, also ein junger Erwachsener, um die dreißig wird vorgeschickt, hat dann große Erfolge, dann folgt der Ehepartner, danach folgen dann die Eltern von beiden Seiten.
00:07:27: Also wir haben tatsächlich schon quasi sechsköpfige Familien operiert, die dann alle abgenommen haben.
00:07:33: Und ja, es ist ein familiäres Problem.
00:07:35: Und da spielt Genetik auch, aber nicht die dominante Rolle, sondern da ist es dann überwiegend die sozialen Faktoren, die Ernährungs-, die gemeinsamen Ernährungsfaktoren.
00:07:44: Also es ist eine Kombination aus vielem.
00:07:46: und ja, das Ganze ist sozial sehr belastend.
00:07:50: Das geht gerade sehr durch die Medien und eben auch durch die Szene der Adepositas-Selbsthilfegruppen, die kämpfen sehr um gesellschaftliche Anerkennung, was ich persönlich auch gut verstehen kann.
00:08:01: Es gibt keine Krankheit, die so stigmatisierend ist.
00:08:04: die so unterschiedlich und auch so... benachteiligend behandelt wird, eben in Deutschland, wie die Adepositas.
00:08:14: Für keine andere Krankheit würde man gut achten beim medizinischen Dienst der Krankenkassen einreichen müssen, ob so eine Behandlung bezahlt wird.
00:08:25: Und das ist eben im Bereich der Adepositas der Fall.
00:08:28: Viele Patienten sind depressiv, viele Patienten sind sozial benachteiligt, viele Patienten leben isoliert und leiden sehr unter der Stigmatisierung.
00:08:36: durch die Krankheit adipositas?
00:08:39: Ich finde das sehr gut, dass Sie als Chirurg auch darauf hinweisen, welche seelische Folgen das Ganze hat, also ein starkes Übergewicht.
00:08:47: Das ist absolut nachvollziehbar, dass Menschen sich da sehr zurückgesetzt fühlen oder Vorurteilen begegnen.
00:08:54: Wenn wir nochmal uns die somatische, also rein körperliche Symptomatik anschauen, welche Risiken und Gefahren bestehen denn dann bei starkem Übergewicht?
00:09:04: Also Alipositas ist eine Systemerkrankung und im Wesentlichen ist es das sogenannte metabolische Syndrome.
00:09:11: Das ist eine Kombination aus Zuckerverwertungsstörungen.
00:09:13: Das kann Diabetes oder eben Diabetesvorstufen sein.
00:09:17: Die Patienten haben einen hohen Blutdruck, die haben eine Schlafabnö, die haben eine, also die haben Herzbelastungsprobleme, die haben viele orthopädische Probleme, die haben alle eine Fettleber.
00:09:30: Insgesamt macht das eben eine ganze Menge.
00:09:33: bei Frauen kommt Unfruchtbarkeit dazu und viele andere Dinge mehr.
00:09:39: Auch das Krebserkrankungsrisiko ist bei unseren Patienten, also bei den allipösen Patienten, um das zwei bis dreifache erhöht und das betrifft querbeet alle Krebsarten.
00:09:49: Was tun Sie, um den Betroffenen zu helfen?
00:09:52: Mit welchem Leidensdruck kommen die Menschen zu Ihnen?
00:09:56: Also... Den Patienten hilft es sehr, wenn sie hier bei uns im Adepositaszentrum eben ankommen, nachdem sie den Schritt vollzogen haben, Kontakt mit uns aufzunehmen, dass sie spüren, dass sie hier erstmal angenommen werden, vorurteilsfrei angenommen werden, dass wir den Eindruck vermitteln, ja, wir kennen ihre Problematik, wir kümmern uns um sie, wir nehmen sie an ohne jede Vorurteile, wir wissen, wie das geht, wir wissen auch um die meisten ihrer Probleme und wir vermitteln den Patienten eben den Eindruck und sagen denen, dass es eben nicht mehr... in ihrer eigenen Verantwortung liegt.
00:10:29: Das heißt, durch keine bekannte, mögliche Maßnahme außer der Chirurgie können unsere Patienten abnehmen.
00:10:36: Das erleichtert viele Patienten, weil dann auch der sogenannte Schuldfaktor eben an Bedeutung verliert.
00:10:43: Das heißt, die Patienten verstehen, Mensch, ich habe eine Krankheit und es ist nicht meine eigene Verantwortung jetzt abzunehmen.
00:10:50: Jeder unserer Patienten hat hundertmal in seinem Leben schon gehört, Junge oder Mädchen, ist mal ein bisschen weniger, lauf mal ein bisschen mehr, bewege dich mehr und achte auf deine Kalorien, dann wird das schon.
00:11:03: Und das stimmt eben nicht.
00:11:05: Da wird gar nichts.
00:11:06: Das heißt, Durch keine bekannte Diät, egal, wodurch die begleitet wird, durch Psychologen oder durch Bewegungsprogramme, durch Medikamente, wie auch immer, können Patienten eben, die ein BMI von Vierzig Plus haben, relevant und nachhaltig und langfristig ablehnen.
00:11:24: Herr Dr.
00:11:25: Pytkin, Sie haben uns jetzt viel über Adipositas erzählt, also über das krankhafte Gewicht.
00:11:30: Aber es gibt ja auch noch das, was wir vielleicht alle kennen.
00:11:33: Das ist ein bisschen zu viel auf dem Fund.
00:11:35: Gerade jetzt war ja Karneval.
00:11:37: Und Karneval heißt ja auch viel Kölsch, viel Alarv und viel vielleicht auch mal Mettbrötchen.
00:11:44: Und was weiß ich?
00:11:45: Also, da frisst sich ja schnell was auf die Rippen, sozusagen.
00:11:48: Oder man frisst schnell was auf die Rippen.
00:11:51: Ja, vielleicht können Sie uns da was zu sagen.
00:11:54: Was können wir denn dagegen tun, damit wir wieder in einen Normalgewicht kommen?
00:11:58: Also, ich bin zwar protestantischer Christ, aber für die Funde, die man über die Karnevalszeit eben sich zugelegt hat, dafür gibt es ja die Fastenzeit.
00:12:09: Aber... Dafür haben die Katholiken vorgesorgt und das macht ja auch Sinn so.
00:12:15: Das heißt also klar, für die ein zwei Kilo, die sie sich über welche Feiertage auch immer zugelegt haben, da hilft eine gewisse Fastenzeit.
00:12:22: Das ist eigentlich kein Problem.
00:12:26: Übergewicht ist natürlich ein Problem und je älter wir werden und je weniger Gelegenheit wir dazu haben, um so unrealistischer ist es auch zu glauben, dass man eben zehn, fünfzehn oder auch zwanzig Kilo relevant und nachhaltig abnehmen kann.
00:12:39: Unsere Patienten, also die chirurgischen Patienten, die müssen fünfzig, sechszig, siebzig, hundert bis hundertfünfzig Kilo abnehmen.
00:12:46: Da spielen die Abnehmenspritzen, die eben im Moment in aller Medien sind, keine große Rolle.
00:12:52: Trotzdem lege ich großen Wert darauf.
00:12:55: dass man die Abnehmenspritzen einfach nur als ein weiteres Instrument versteht, eben mit Übergewicht umzugehen.
00:13:03: Ja, diese Medikamente müssen und dürfen auch nur ärztlich verordnet werden, weil es sind seriöse Medikamente.
00:13:10: Natürlich können sie die im Internet bestellen und ohne Arzen auch kriegen.
00:13:13: Da gibt es auch eine Menge unseriöse Angebote.
00:13:16: Es gibt auch eine Menge kopierend, von denen ich nur dringend abraten kann.
00:13:20: Diese Medikamente haben eine seriöse Wirkung.
00:13:22: Die haben auch seriöse Nebenwirkungen.
00:13:24: Das sollte eben durch einen Arzt mit überwacht und beobachtet und gesteuert werden.
00:13:29: Diese Medikamente sind eben einerseits für die reine Gewichtsabnahme zuständig.
00:13:34: Da zahlen es nicht die Krankenkassen, sondern das müssen die Patienten selber bezahlen.
00:13:39: Aber die Medikamente sind eben auch sehr, sehr potente Diabetes-Medikamente und da In bestimmten Konstellationen werden sie eben zur Behandlung von Diabetes, wobei dann eben auch eine Gewichtsabnahme erzielt wird.
00:13:54: Und das ist eben auch immer ein Teil der Diabetesbehandlung.
00:13:56: Wenn Sie einen übergewichtigen Diabetiker, wenn Sie dem zehn, fünf, zehn, zwanzig Kilo Gewichtsverlust ermöglichen, dann ist entweder sein Diabetes weg oder eben deutlich besser eingestellt.
00:14:08: Das Medikament soll immer mit einer Lebensstilmodifikation, mit einer Diät und mit einer Bewegungstherapie kombiniert werden.
00:14:16: Aber wie gesagt, man muss unterscheiden die medizinische Indikation beim Diabetiker und die Gewichtsreduktionsindikation beim reinen Übergewichtigen.
00:14:26: Das sind die zwei Einsatzgebiete und da sind diese Medikamente In beiden Einsatzgebieten sehr, sehr potent und sehr, sehr gut.
00:14:32: Und wir nutzen die auch.
00:14:34: Das heißt also auch bei uns spielen die eine gewisse Rolle.
00:14:37: Die sind keine Konkurrenz zur Adipositaschirurgie, sondern eine sinnvolle Ergänzung des therapeutischen Spektrums.
00:14:45: Das klingt interessant, aber kommen wir mal zu den Kosten.
00:14:48: Was kostet das?
00:14:49: Und wenn man auch nochmal dann vielleicht Kosten-Nutzen-Verhältnis sieht, was bringt das eigentlich?
00:14:55: Also vielleicht auch nachhaltig gesehen.
00:14:58: Also die monatlichen Behandlungskosten liegen um die zweihundert Euro.
00:15:02: Vielleicht auch noch wichtig zu erwähnen, wenn Sie mit den Abnehmenspritzen arbeiten und wenn Sie damit Gewicht verlieren, wenn Sie die Spritzen absetzen, werden Sie ein Juju-Effekt erleiden, den wir ja alle aus dem üblichen Diabetes oder aus den üblichen Diätprogrammen kennen.
00:15:20: Wenn Sie zehn Kilo abnehmen mit einer Diät und wenn Sie nicht ganz, ganz diszipliniert Ihren Lebensstil modifiziert haben, haben Sie ein Juju-Effekt.
00:15:27: und für zehn Kilo Gewichtsabnahme werden sie dann in paar Wochen oder Monaten zwölf Kilo wieder zugenommen haben.
00:15:32: Das ist mit diesen Spritzen und zwar erwiesenermaßen auch so.
00:15:35: Da gibt es gute wissenschaftliche Daten.
00:15:37: Diese Spritzen wirken sehr gut, solange sie sie genehmen.
00:15:40: Aber wenn sie dann abgesetzt werden, dann gibt es den Jojo-Effekt und der Patient nimmt automatisch wieder zu.
00:15:47: Sie haben uns jetzt ausführlich noch mal dargestellt, wie es sich mit der Abnehmensspritze verhält.
00:15:51: Ich stelle mir nur die Frage, wie kann der Patient sich jetzt entscheiden, was für ihn das Bessere ist?
00:15:57: Es gibt da die Chirurgie, es gibt da die Abnehmensspritze.
00:16:01: Wie kommt man zu der Entscheidung?
00:16:03: Chirurgie ist halt... eine Sache, die nicht jeder verstehen kann.
00:16:06: Dafür muss man glaube ich ziemlich lange sich damit beschäftigt haben.
00:16:10: Gerade auch das, was wir machen, Adipositaschirurgie.
00:16:13: Wir verlegen Darmstücke von rechts nach links und schließen die wieder neu an.
00:16:17: Wir verkleinern den Magen.
00:16:19: Das ist eine ziemlich komplizierte Angelegenheit.
00:16:22: muss man als Patient auch nicht in letzter Konsequent verstehen.
00:16:25: Man muss wissen, worauf man sich einlässt.
00:16:26: Man muss wissen, wie das Leben sich ändert.
00:16:29: Aber die Chirurgie selber bleibt dem Chirurgen vorbehalten.
00:16:32: Das ist auch gut so.
00:16:33: Aber wir müssen natürlich unsere Patienten erreichen.
00:16:36: Wir müssen sagen, mit welchen Mitteln wir welche Ziele erreichen.
00:16:39: Und eben ein Ziel ist eben Gewichtsverlust, um Patienten plastisch vor Augen führen zu können, was eben ein Kilo Fett ausmacht.
00:16:49: Zeigen wir denen gerne dieses Fettmodell.
00:16:51: Herr Dr.
00:16:51: Peitgen, mit dem Fettmodell schließen wir jetzt auch.
00:16:55: Ich habe das ja hier vor Augen und das ist wirklich erschreckend, das ist eigentlich nur ein Fund.
00:17:00: Und wenn man das so sieht, unsere Zuhörerinnen und Zuhörer können sich das jetzt vielleicht nur plastisch vorstellen.
00:17:07: So, Ende gut, alles gut.
00:17:09: Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen, freue mich auf weitere Themen.
00:17:13: Ich kann mir vorstellen, dass Sie in Ihrer Abteilung noch so viele Dinge zu erzählen haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.
00:17:20: Das ist so.
00:17:21: Themen gibt es wirklich genug, die eben auch jeder mal interessieren.
00:17:25: Sodbrennen ist die Seuche des dritten Jahrtausends.
00:17:28: Über Brüche könnte man jede Menge reden.
00:17:30: Magendam-Erkrankungen, Krebserkrankungen, also was immer sie wünschen zu jeder Zeit.
00:17:35: Bis zum nächsten Mal.
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