Sucht kommt von Sehnsucht
Shownotes
Hand aufs Herz: Wer kennt das nicht? Mal ist es ein Glas Wein zu viel, mal das zeitfressende Daddeln am Handy oder die doppelte Portion Pommes mit mehr Mayo als Ketchup.
Doch was passiert, wenn Süchte den Alltag zunehmend bestimmen und es längst nicht mehr um die kleinen Sünden des Lebens geht?
Dann kann die Organisation „Kompass“ dabei helfen, wieder Orientierung zu finden.
Romina Korreck ist Sozialarbeiterin beim Kinder-, Jugend- und Familiendienst „GFO Kompass“ in Lennestadt. Die Teams von Kompass unterstützen Menschen mit sozialen und seelischen Belastungen – häufig betrifft das ganze Familien, die Hilfe benötigen.
Das Thema Sucht spielt dabei oft eine zentrale Rolle. Viele Abhängigkeiten überlagern sich und beeinflussen einander gegenseitig. Ob Alkohol, Cannabis oder – seit einigen Jahren zunehmend – exzessiver Online-Konsum: All das kann die körperliche und psychische Gesundheit erheblich beeinträchtigen.
Romina Korreck gibt Einblicke in ihren Berufsalltag und sensibilisiert für ein Thema, das uns alle betrifft. Denn Sucht ist kein individuelles Problem allein – sie ist eine Herausforderung für unsere gesamte Gesellschaft.
Transkript anzeigen
00:00:12: Lebenslinien zwischen Kopf, Herz und Schicksal.
00:00:15: Der Podcast zur Gesundheit, Leben
00:00:18: und Pflege.
00:00:37: Titel ihrer Einrichtung heißt oder ist Kompass und sie sitzen in Ländestadt.
00:00:42: Genau, richtig!
00:00:44: Davon sind Sie eine von sechs Standorten insgesamt, Kompasseinrichtungen die sich um Kinder- und Jugendliche Familien kümmert, die mit sozialen Herausforderungen zu tun haben, seelische Probleme haben und sich um viele verschiedene Dinge unter anderem um das Thema Sucht kümmern und helfen und unterstützen.
00:01:03: Genau.
00:01:04: Ja, Frau Korrekt schön dass Sie jetzt zu uns gekommen sind in die Geschäftsstelle heute nach Olpe und ja vielleicht können sie nochmal.
00:01:12: ich fand den Titel ganz super mit Kompass sehr mehr den Namen Kompas dieser Einrichtung.
00:01:17: was hat das auf sich?
00:01:20: Wir betreuen Familien in allen oder ganz, ganz vielen Lebenslagen und versuchen gemeinsam mit den Klienten und Klientinnen verschiedene Wege aufzuweisen bei den unterschiedlichen und individuellen Bedarfen.
00:01:33: Schauen ob wir Perspektiven nochmal verändern können, Blickwechsel schaffen können und einfach schauen welchen Weg die Familien langfristig auch ohne unsere Unterstützung im Nachhinein gut weitergehen.
00:01:46: welche Wege können sich Neu ergeben, welche können wir stabilisieren?
00:01:50: und da finde ich ist der Name eigentlich ganz gut.
00:01:53: Also richtungsweisend?
00:01:55: Genau.
00:01:55: Das heißt
00:01:56: egal in welcher Richtung es geht aber sie unterstützen dabei das Richtige für die Familienkinder Jugendliche raus.
00:02:02: Das heisst aber Sie gehen nach Hause sind ambulanter Betreuungsdienst.
00:02:07: Wie kommen die Betroffenen zu Ihnen also wird das über das Jugendamt geregelt?
00:02:12: oder wie ist der Zugangsweg
00:02:14: da.
00:02:14: Genau, das wird übers Jugendamt geregelt entweder durch verschiedene Herangehensweisen.
00:02:19: also schon mal sind es auch unterschiedliche Einrichtungen Schulen oder ähnliches die sich beim Jugendamt melden dass eine Hilfe vielleicht angeregt wird.
00:02:27: oder die Familien melden sich selber bei dem Jugendamt wenn sie merken sie brauchen Unterstützung.
00:02:31: und dann meldet sich das Jugendamt bei uns mit einem Auftrag.
00:02:35: Und ihr Eindruck, sie sind jetzt fünf Jahre dabei.
00:02:37: Sie sind
00:02:38: fünf Jahre bei Kompass und nach dem Studium wahrscheinlich dann sofort bei der GFRO eingestiegen?
00:02:43: Richtig!
00:02:44: Was sind so ihre Erfahrungen?
00:02:46: Nehmen die Betroffenen, die Klienten heißt es ja bei ihnen dann auch.
00:02:50: Die helfen gut in Anspruch.
00:02:51: oder ist das erst mal eine Hemmschwelle zu sagen da kommt jetzt ne Fachfrau und ein Fachmann und die gucken jetzt bei mir praktisch in die eigenen vier Wände.
00:02:59: Ja, es ist immer unterschiedlich.
00:03:01: viele brauchen erstmal bisschen Zeit, bisschen Vertrauensarbeit und dass einfach nur gute Basis entsteht.
00:03:08: manche sind aber direkt auch offen und transparent und gehen den Weg sofort mit hundert Prozent kompletter Mitwirkungsbereitschaft.
00:03:15: Das ist immer so ein bisschen... Also wie
00:03:17: die Menschen auch unterschiedlich sind, genau.
00:03:19: Ja.
00:03:20: Die Titel unserer Sendung heute ist ja Suchtkompfonsin-Sucht.
00:03:26: Können Sie da was mit anfangen?
00:03:27: Ja!
00:03:30: Weil das habe ich sie vorher nicht gefragt.
00:03:33: Man kann schon gut annehmen dass es eine ziemlich treffende Aussage
00:03:39: ist.
00:03:41: die Jugendlichen oder Kinder, die mit Sucht zu tun haben.
00:03:43: Auf die konzentrieren wir uns ja jetzt auch nicht auf die Erwachsenen sondern oder die Jungen erwachsen vielleicht noch.
00:03:49: Kompensieren sie was durch die Sucht?
00:03:51: Also dass man irgendwie eine Sehnsucht hat und dann durch einen Suchtmittel... Was auch immer das ist da kommen wir gleich noch zu.
00:03:58: Würden Sie das sagen?
00:03:58: Eine Kompensation?
00:04:00: Auch oft erlebe ich das ja.
00:04:02: Also es ist dann auch immer in unterschiedlichen Bereichen oder wie sich das auch gestaltet, oder dann im Endeffekt zum Ausdruck bringt.
00:04:08: aber es ist schon so dass die Wege oft dahingehend sind, dass man wirklich kompensiert und versucht etwas aufzugreifen oder einfach ein bisschen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet einen Weg versucht zu finden irgendwie sich gutzufühlen klarzukommen, um was
00:04:28: auszuhalten.
00:04:29: Genau!
00:04:29: Was
00:04:29: ein Problem ist oder wo dann die Sucht das Problem vielleicht so ein bisschen überlagert
00:04:33: kann.
00:04:34: Genau, dass
00:04:35: es so ist.
00:04:36: Jetzt gibt's ja unglaublich viele Süchte und jeder von uns kennt das vielleicht auch im Alltag kleinere Süchte.
00:04:45: Ob das Alkohol ist?
00:04:47: Es gibt natürlich auch einen Drogenkonsum von illegalen Drohnen.
00:04:51: Was sind denn Ihre Erfahrungen bei Kindern und Jugendlichen?
00:04:53: Was ist denn so?
00:04:54: Ich sag mal
00:04:55: en vogue...
00:04:56: im Moment, wenn man davon überhaupt zu sprechen kann.
00:04:58: Aber es gibt ja immer so Trends
00:05:00: auch.
00:05:00: Ja total!
00:05:01: Aktuell erlebe ich viel den Konsum von Alkohol und auch Cannabis.
00:05:06: Und
00:05:08: Tabak oder so auch Zigaretten?
00:05:10: Ist das weniger geworden?
00:05:12: Es kommt immer ein bisschen drauf an.
00:05:14: also ich sage jetzt mal bei relativ jungen Kindern noch natürlich eher weniger der Fallen.
00:05:19: da geht's meistens in Medienkonsum.
00:05:23: bei wirklich jugendlichen kommt schon oft eins zum anderen und dann ist sowohl das Ziggarettenrauchen, als auch das Cannabisrauchen oder das Alkoholtrinken in Kombination.
00:05:36: Das gab es natürlich auch schon wenn ich jetzt so an meine Jugend denke über den Achtzigerjahren da gab's natürlich auch schön das Thema Cannabis und Alk Kohle.
00:05:45: also da würden sie sagen dass heute noch ein Thema für Kinder und Jugendliche sich mit Betäubungsmitteln sozusagen oder auch illegale Drogen, Ecstasy, chemische Drogen.
00:05:54: Ist das auch ein Thema?
00:05:55: Ja tatsächlich schon aber nicht so ausgebreitet wie jetzt beispielsweise Alkohol oder Cannabis.
00:06:02: Aber Amphitamine spielen auch immer mal wieder eine Rolle.
00:06:07: Wie ist das denn jetzt?
00:06:08: Es gibt ja vielleicht so einen Konsum, wo man sagt ab dann wird es eine Sucht.
00:06:11: Nicht alles ist sofort ein Suchtverhalten.
00:06:13: aber wenn wir uns jetzt mal konzentrieren auf dieses Thema was sie gesagt haben Alkohol und Cannabis wie kriegen Sie denn die Kinder dazu oder Jugendlichen dazu das überhaupt zu thematisieren?
00:06:25: also es wird ja wahrscheinlich eher nicht unbedingt sofort öffentlich gemacht.
00:06:30: Oft ist es aber so, wenn wir quasi den Fall angefragt vom Jugendamt bekommen dass die Thematik schon bekannt ist.
00:06:38: Zwar nicht immer.
00:06:38: Schon mal ist das auch wirklich über einen längeren Zeitraum bei der Zusammenarbeit, dass sich irgendwann geöffnet wird und transparent auch angesprochen wird.
00:06:45: ich habe da einfach irgendwie ein paar Schwierigkeiten und ich konsumiere dies-und-das.
00:06:50: Aber oft ist es schon so beim Jugendamt schon offen ist und wir dann quasi in die Zusammenarbeit genau mit diesem Ziel auch reingehen.
00:06:58: Ja,
00:06:58: das heißt, die Schulen selber würden sich anders... also wenn das in der Schule auffällt, dann würden sich die Schulen bei dem Jugendamt melden und der Zugangsweg ist dann über das
00:07:07: Jugendamt
00:07:07: und nicht direkt an die Schule.
00:07:09: Wie kann ich mir das denn so konkret vorstellen?
00:07:11: Also Sie kommen jetzt als Sozialarbeiterin in den Haushalt oder sie bekommen diesen Fall.
00:07:16: Ich möchte jetzt nicht sagen diese Akte auf den Tisch sondern sie bekommen aber die Familie XY.
00:07:22: Wie geht es dann weiter?
00:07:25: Dann wird erst mal ein ganz normales Kennlernen stattfinden mit dem Jugendamt zusammen, entweder im Haushalt der Familie oder beim Jugendamt selber.
00:07:32: Das kommt immer so ein bisschen darauf an wie's geplant ist und dann wird erstmal besprochen warum ich überhaupt komme.
00:07:42: was sind die Beweggründe dass dieses Jugendamt eine Info erhalten hat Familien sich selber gemeldet haben, dann wird halt erst mal so ein bisschen erzählt.
00:07:52: Ich stelle mich natürlich auch vor und berichte was meine Arbeit ist und dann wird erstmal so'n grober Zeitraum von bis zu drei Monaten festgelegt dass man sich erst einmal kennenlernen schaut wo liegen genau die Bedarfen?
00:08:02: ist es ja meistens immer nur so einen rundum Thema oder mal eben quasi Ja, das steht gerade an.
00:08:09: Dafür brauchen wir sie jetzt und dann wird aber erst mal geschaut okay was steht noch so an?
00:08:14: Wie sind die Konstellationen der Familie?
00:08:16: wie sind die Verhältnisse zueinander, die Beziehungen?
00:08:19: wo gibt es vielleicht auch nochmal individuell Bedarf?
00:08:22: und dann finden immer im regulären sechs-monats Kontext Hilfeplanggespräche statt, wo dann Ziele vereinbart werden mit denen wir gemeinsam mit den Familien daran
00:08:32: arbeiten.
00:08:33: Das heißt das Ganze ist ja in so einem System und man kann sich das so vorstellen.
00:08:37: sie kommen jetzt nicht hin als Sozialarbeiterin und sagen so dass Thema Alkohol es jetzt hier irgendwie vorhanden sondern das heißt die gucken sich wirklich die ganzen Konstellationen die Beziehung an.
00:08:48: Was ist Ihre Erfahrung?
00:08:49: Wird das gut angenommen von den Jugendlichen oder beziehungsweise auch Familien, die müssen da ja irgendwo mitziehen.
00:08:55: Oder haben vielleicht selber eine Problematik bezüchten?
00:08:58: Absolut!
00:08:59: Von den Jugendlichens wird es in der Regel schon gut an genommen.
00:09:02: Da braucht's aber auch schon mal je nach Klient-Clientin einfach ein bisschen Zeit, ein bisschen Vertrauensbasis halt auch wieder ne.
00:09:10: Manche sind relativ schnell auch offen manche brauchen erstmal so ein bisschen bis sie einen Zugang zueinander finden und dann Aber in der Regel sitzt es aber gut an.
00:09:19: Und
00:09:19: dann finden jetzt ganz praktisch gedacht Gespräche statt.
00:09:22: oder wie können sie, wie erreichen Sie die Jugendlichen?
00:09:24: Also ich kann mir jetzt nicht vorstellen dass man sich irgendwie da ins Wohnzimmer setzt und über die Sucht spricht was machen Sie denn konkret?
00:09:30: Doch tatsächlich kann man sich schon so eine Richtung vorstellen.
00:09:33: also das ist schon so dass wir immer schauen Wie sind die Kinder und Jugendlichen auch wofür zugänglich?
00:09:41: Also schon mal reicht es auch wirklich einfach nur so Gesprächstermine stattfinden zu lassen.
00:09:45: Die müssen nicht zwingend im Haushalt stattfinden, also man kann auch ganz normal einfach rausgehen, Kaffee trinken, eine Runde spazieren was essen gehen.
00:09:54: oder oder Bei jüngeren Kindern ist es schon so, dass wir auch viel freizeitpädagogische Angebote mit denen machen um dann da auch ein bisschen wieder den Bezug zur Beschäftigung und zum Spielen und Ähnlichem zu finden.
00:10:08: Also das
00:10:08: was verloren gegangen
00:10:09: ist durch die Sucht?
00:10:10: Ja
00:10:10: also wo man sagt, das ist eigentlich der Alltag.
00:10:12: Das ist ja normal, dass Jugendliche Kinder vielleicht irgendwas machen Freizeitaktivitäten, Schwimmen gehen oder Sport.
00:10:18: Genau.
00:10:19: Über Sport kann man vielleicht auch...
00:10:20: Ja ganz viel!
00:10:22: Da haben Sie auch Erfahrung, dass wir da mit Sportvereinen vielleicht kooperieren.
00:10:25: Genau.
00:10:25: Dass die
00:10:26: sucht nicht mehr so in den Mittelpunkt?
00:10:28: Ja.
00:10:29: Ich stelle mir jetzt gerade vor wenn es um das Thema... Kommen wir nochmal zurück zum Thema Alkohol-Kannabis.
00:10:34: Das passiert ja oft im Gruppen auch.
00:10:38: Ist das realistisch, dass man die Kinder irgendwie in dieser... Dass man die Freundeskreise wechselt oder dass man das den Jugendlichen unterstützt stark zu sein in diesem Kreis?
00:10:48: Oder haben sie ein Beispiel für uns?
00:10:50: Vielleicht irgendwie einen...?
00:10:52: Wo es gut gelaufen ist, von mir aus auch ein Beispiel wo sie sagen da sind auch Grenzen.
00:10:58: Es ist schon so das oft der Kontaktabbruch zu den Freundeskreisen wo wirklich starker Konsum vorhanden ist dass das letztendlich schon mal schwierig ist da wirklich eine Grenze zu ziehen für die Jugendlichen um irgendwo wieder neuen Anschluss zu finden.
00:11:17: Oftmals ist es aber auch so versucht wird, einen guten Umgang damit zu finden.
00:11:24: Aber je mehr die Jugendlichen in eine Absichtsbildung kommen ich möchte was an meinem Konsum verändern und auch an dem Verhalten wird meistens oft auch bewusst okay das ist vielleicht nicht gerade das beste Umfeld indem ich mich hier gerade aufhalte und ich versuche mich davon zu distanzieren dass es meistens so mit begleitend dahin wie weiter die Vorbereitung die Aktion auf die Veränderung.
00:11:50: Bei der Sucht ist es ja so, das ist dann dieses überdimensionierte Verhalten wenn man von suchtspricht.
00:11:57: Ist denn Ihr Ansatz jetzt bei Kompass so ganz oder gar nicht?
00:11:59: Also, wenn man hört dann komplett auf mit der Sucht.
00:12:01: Oder gibt es so eine legitimiertes Verhalten wo man sagt okay, wenn die jetzt weiter rauchen oder wie auch immer... Was sind da so die Ansätze, die pädagogischen Ansätze auch?
00:12:12: Mir ist es immer wichtig dass ich erstmal versuche zu verstehen warum überhaupt konsumiert wird.
00:12:17: also Es gibt ja immer einen guten Grund für den Konsumenten selber.
00:12:21: Warum mache ich das jetzt gerade?
00:12:22: um das einfach auch zu verstehen Neugier zu zeigen und zu schauen deine Vorteile, dadurch was sind deine Nachteile?
00:12:28: Dadurch wie würdest du das gerade für dich selber einschätzen.
00:12:31: Natürlich ist gerade in jungen Jahren das Beste wenn der Konsum eingestellt wird gar keine Frage.
00:12:37: aber man muss natürlich auch immer schauen wie realistisch es ist und was für eine Abhängigkeit befinden wir uns und was von einer Regelmäßigkeit befinde wir uns.
00:12:44: Und dann sind natürlich die ersten Schritte und große Schritte erstmal den Konsum vielleicht zu verringern?
00:12:51: Ich kann mir vorstellen, dass es vielleicht auch weniger Angst macht.
00:12:53: Also das ist ja so wenn man jetzt sagen meine Zucker sucht hat.
00:12:56: die gibt's ja nun auch und kann ich gut nachvollziehen.
00:12:59: also ich ist auch sehr gerne, dass man vielleicht nicht sagt bei einer Sucht ich darf das jetzt nie wieder,
00:13:05: dann macht er gleich
00:13:05: Druck.
00:13:06: also da wird der Druck hier oft erhöht sondern man sagt Du siehst das mal anders, wenn das überhaupt möglich ist.
00:13:13: Das sind bestimmte Rauschmittel wo du das dosieren.
00:13:16: Das ist wie beim Rauchen.
00:13:18: Wenn ein Raucher sagt er raucht dann nur noch zwei Zigaretten meistens zwitsern langsam wieder mehr.
00:13:22: aber dieses ganz oder gar nicht Prinzip das gibt es jetzt nicht bei ihnen so dass die sagen okay ich habe jetzt nochmal so ein bisschen recherchiert.
00:13:30: Es gibt eine Studie von zweitausendfünfzwanzig Von der DRK von der Krankenkasse Die besagt Das hat mich gar nicht so überrascht, aber ich bin es trotzdem enorm.
00:13:41: Prozent der Kinder und Jugendlichen haben eine Medienproblematik, also eine digitale Abhängigkeit.
00:13:47: Man muss nur sein eigenes Verhalten werden.
00:13:49: Wir haben jetzt hier im Kollegenkreis auch eben darüber gesprochen wie oft man am Handy dattelt und nebenbei Fernseh guckt und wir auch immer.
00:13:55: Und twenty-fünf Prozent der Kindern und Jugendlichnahmen einen außerordentlich hohes Maß an dieser Abhängigkeit.
00:14:02: Das heißt da gibt es leider keine richtigen Stunden oder was heißt Leider aber so alles über sechs Stunden ist, wird dann schon ein bisschen bedenklich.
00:14:12: Haben Sie auch Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen?
00:14:15: Das würde mich wundern wenn nicht aber dass das auch ein Konsumproblem ist.
00:14:19: Ja auf jeden Fall also man merkt das schon deutlich.
00:14:22: ich muss auch dazu sagen Medien werden natürlich auch immer zugänglicher für Kinder und Jugendliche vor allen Dingen auch im Schul- und Bildungssystem.
00:14:28: da wird natürlich auch viel mit Medien gearbeitet und der Weg dahin ist einfacher.
00:14:32: sag' ich jetzt mal Kinder und Jugendliche müssen mittlerweile mit Handys, mit Tablets, mit Laptops, mit PCs oder ähnlichem ausgestattet sein um halt auch dort in der Schule weiter mitzukommen.
00:14:43: Das macht es natürlich... Der Zugang ist immer einfacher mittlerweile Und dann kommen natürlich auch noch solche Sachen wie Spielkonsolen oder ähnlichen.
00:14:49: dazu verlagert sich das auch gerne in den Freizeitbereich.
00:14:54: Also es wäre gut, wenn man so ein gesundes Maß an Umgang mit Medien hat dass wir haben ja eben hier innerhalb unserer kollegialen Runde mal geguckt wie ist denn unser Suchtverhalten?
00:15:08: So was jetzt Social Media betrifft Und da muss man schon selber schlucken.
00:15:13: Also wenn man das so nebenbei macht, also deswegen finde ich auch dieser moralische Zeigefinger oder so... Das ist jetzt eh nicht was, was denke ich mal für ihre Beratungsstelle in Frage kommt sondern eher die Kinder- oder Jugendlichen da abzuholen wo sie stehen und dann zu gucken wie kriegen wir das im Griff?
00:15:27: Genau!
00:15:27: Dass
00:15:27: es auch Mehrwert für die Kinder und Jugendlichen hat.
00:15:30: Absolut Wie wichtig
00:15:32: ist denn die Zusammenarbeit mit den Angehörigen?
00:15:36: Es kommt immer darauf an, in welchem Kontext.
00:15:38: Also ich sage jetzt mal Angehörige die mit im Haushalt leben da ist der Austausch auf jeden Fall sehr relevant.
00:15:44: Wenn es jetzt aber weitere Angehöre sind dann natürlich auch immer nur nach Bedarf und nach Empfinden des Klienten der Klientin selber.
00:15:51: also wenn mir jetzt auch welche sagen Ich möchte nicht dass da ein austausch besteht.
00:15:55: Ich möchte keinen Kontakt zu Familie mit Glied X Y Dann respektiere ich das natürlich
00:16:00: Okay.
00:16:00: Das heißt, das spielt eine Rolle.
00:16:02: aber auch zu gucken sind die Angehörigen vielleicht eher problematisch oder die Eltern dass man da schaut ist dann gemeinsamer Weg möglich oder nicht?
00:16:12: Ja genau
00:16:13: Was ist denn vielleicht so?
00:16:14: ne letzte Frage noch Frau Korrekt was ist denn so der Reiz daran diesen Job zu machen?
00:16:22: also was was was sind so ihre Erfolge?
00:16:24: und wo sagen
00:16:25: sie auch
00:16:26: es ist auch okay wenn ich irgendwie so kleinere Hilfen anbieten kann.
00:16:30: Ja, ich muss sagen der Reiz an dem Job ist einfach diese Vielfältigkeit und auch zu sehen dass Unterstützung wirklich greifen kann.
00:16:38: also natürlich gibt es auch schon mal Situationen wo wir merken wir sind mit pädagogischer Hilfe nicht mehr passgenaune und das ist nicht mehr das was die Familie oder die Kinder und Jugendlichen dann am Ende des Tages brauchen sondern man muss da vielleicht einfach nochmal schauen aber man hat trotzdem einen Weg gemeinsam erarbeitet, um überhaupt erst mal an gewisse Ziele zu kommen.
00:17:01: Schritte zu verfolgen und nochmal zu schauen okay welche Möglichkeiten haben wir eigentlich?
00:17:05: Es ist auch vielen oft nicht bewusst und ich merke da selber auch in der Arbeit immer wieder was es alles für tolle Unterstützungsmöglichkeiten gibt, was es für Wege gibt, für Möglichkeiten die man selbst auch so noch nicht kennt weil das ist ja auch jeder Fall immer wieder anders.
00:17:20: Und da muss ich schon sagen ist der Reiz definitiv gegeben dass das einfach einfach bewirkt und die Hilfe in den meisten Fällen auch wirklich gut umgesetzt wird.
00:17:31: Natürlich sind wir halt immer über einen längeren Zeitraum in den Familien zuständig, regulär spricht man durchschnittlich von zwei Jahren in der ambulanten Hilfe.
00:17:41: es kann schon mal sein dass nach einem halben Jahr weil der Bedarf einfach wirklich nicht enorm groß ist, eine Hilfe beendet wird.
00:17:46: Das kann auch schon mal sein dass es länger als die zwei Jahre geht.
00:17:49: aber man macht einen gemeinsamen Weg und schaut okay wie können wir sie so weit stabilisieren das der Weg später alleine weitergegangen werden kann?
00:17:57: Vor allem mit dem Ausgang.
00:17:59: Schön, wenn eine Hilfe beendet wird und man sieht... Singen
00:18:01: Sie das mit?
00:18:02: Wenn zum Beispiel jetzt so eine Erfolgsgeschichte, also dass sie sagen, sie haben jetzt schwierige Situation vorgefunden und dann nach zwei Jahren ist es irgendwie auch überwunden oder gibt so ganz seinen normalen Anführungszeichen Weg?
00:18:15: Ja, also überwundene... oder seinen normalen Weg, sag ich jetzt mal.
00:18:20: Das kriegen wir schon oft mit und das ist auch wirklich schön wenn man sieht es ist einfach jetzt gerade wieder so gefestigt dass die Familie die Kinder und Jugendlichen die Eltern Egal, wer in dem ganzen System einen guten Weg für sich gefunden hat und einfach auch weiß okay ich habe jetzt hier verschiedene Handlungsmöglichkeiten.
00:18:35: Ich hab für mich Methoden erarbeitet.
00:18:37: Ich habe irgendwie keine Ahnung Strategien für mich entwickelt wie ich mit manchem Themen umgehe ganz individuell betrachtet ne?
00:18:44: Das ist schon schön und das auch zu sehen und man beendet eine Hilfe ja auch wirklich erst wenn man sieht es ist jetzt über den langen Zeitraum auch stabil.
00:18:51: Gibt's so das Gegenteil.
00:18:52: natürlich Kann ich mir vorstellen auch, dass Sie eine Hilfe beenden?
00:18:56: Weil sie sagen das bringt nichts.
00:18:57: Ich meine es kostet ja
00:18:58: auch Geld.
00:18:58: Ja.
00:18:58: Kostenträger
00:18:59: können vielleicht gleich noch mal zu.
00:19:01: Wo Sie sagen, das ist jetzt vergebende Liebesmühle...
00:19:04: Ja doch gibt's auch definitiv!
00:19:07: Wir sind ja pädagogische Hilfe und ... oft fällt uns dann halt auch in der Zusammenarbeit auf, okay das ist jetzt hier wirklich nur noch begleitend.
00:19:14: Wir müssen ja wirklich eine gefestigte therapeutische Anbindung an den Staat bringen oder keine Ahnung.
00:19:19: es gibt verschiedene Einrichtungen wo dann wirklich nochmal angebunden wird oder man muss halt mit dem Jugendamt schauen ok passt das im häuslichen Umfeld noch und unten.
00:19:27: Vielleicht
00:19:28: stationär dann auch,
00:19:29: da bietet
00:19:30: die GFO ja auch einige Einrichtungen also auch stationäre Wohneinrichtung für Kinder- und Jugendliche.
00:19:36: aber da sind sie gut vernetzt und können
00:19:38: gucken
00:19:39: dass es weitergeht?
00:19:40: Genau auf jeden Fall!
00:19:42: Also das läuft aber alles in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, die natürlich am Ende des Tages entscheiden welche Hilfe dann weiter erfolgen sollen.
00:19:49: Aber so im Großen und Ganzen ist man schon gut vernätzt begleitet auch bis dann diese Hilfe endet und eine neue quasi installiert wird.
00:19:57: Jetzt ist ja im Moment im Gesundheitssystem total viel los, also an allen Ecken und Kanten wird ja auch gespart.
00:20:05: Betrifft sie das auch in Bildungseinricht oder in Erzählungseinrichtungen?
00:20:09: Oder ist es so dass das finanziert wird über die Kommune?
00:20:12: oder wer finanzieren diese Hilfen?
00:20:15: Der Kreis finanziert die Hilfen genau übers Jugendamt.
00:20:19: Also da gibt es nochmal die Abteilung wirtschaftliche Jugendhilfe und die finanzierte dann unsere Arbeit quasi.
00:20:24: Und das kommt jetzt nicht vor, dass man sagt wenn in der Familie zwei Eltern Gehalt haben was ganz ordentlich ist heißt das nicht automatisch, dass sie das bezahlen müssen selbst zahler sind sondern wird das gleich behandelt.
00:20:40: Genau eine ambulante Hilfe auf jeden Fall.
00:20:45: In der stationellen Hilfe ist das ja noch mal was anderes.
00:20:48: Wenn die Kinder fremduntergebracht sind, dann wird natürlich auch immer ein bisschen an einem Gehalteeltern noch geschaut, was da noch mit gezahlt werden kann.
00:20:55: Aber bei uns in der ambulanten Hilfe läuft das alles über den Kalt.
00:20:58: Das
00:20:58: ist ja der erste Weg auch also
00:21:00: dieses Ambuland
00:21:01: vor stationär.
00:21:01: Das heißt ihre Kinder oder Jugendlichen, diese Betreuen bleiben teilweise in der ambulance.
00:21:06: nicht automatisch dass es eben in die Stationäre übergeht sondern dass sie da weiterhin vor Ort sind.
00:21:12: genau
00:21:13: Ja, super Job was Sie so erzählen.
00:21:15: Wie viele Kollegen sind Sie bei sich in der Beratungsstelle bei Kompass?
00:21:19: In Lennestadt sind wir um die fünfzehn Mitarbeiter und ich weiß es jetzt gar nicht ganz genau auswendig wie's an den anderen Standorten ist aber rund um ...
00:21:29: Aber sechs Standorte habe ich noch mal nachgeschaut sind im Sauerland- und merkischen Kreis von der GFO dann sind das ja doch schon so.
00:21:36: siebzig-achtzig Mitarbeiter wahrscheinlich.
00:21:38: Wir
00:21:38: sind schon... also
00:21:39: siebzig
00:21:40: achtzig
00:21:42: Kompasen.
00:21:43: Genau, dann kommt natürlich auch noch die Schulsozialarbeiter zu, die Schulbegleiter der therapeutische Dienst, die Fachberatungsstellen und also wir umfassend schon...
00:21:51: Ganzer Dschungel.
00:21:52: Ja, sozialen Hilfen.
00:21:53: Genau.
00:21:54: Super!
00:21:55: Frau Korrigi ich bedankt mich.
00:21:56: jetzt geht es gleich wieder nach Ländestadt wahrscheinlich genau und freue mich dass Sie stellvertretend denke ich mal für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Kompass sprechen und das macht auch Hoffnung des Kindern und Jugendlichen und den Familien Geholfen wird.
00:22:11: Vielen Dank,
00:22:12: ich hab zu denken!
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