Wenn Kinder sich verstanden fühlen
Shownotes
„Stell dich nicht so an!“ – ein Satz, den viele Kinder schon gehört haben. Doch was macht er mit ihnen? Und woran merken Kinder eigentlich, dass ihre Gefühle und Bedürfnisse ernst genommen werden? Darüber sprechen wir in dieser Folge mit Ansgar Röhrbein, pädagogischer Mitarbeiter bei Kompass, dem Kinder-, Jugend- & Familiendienst der GFO, und geben alltagstaugliche Impulse.
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00:00:11: Lebenslinien zwischen Kopf, Herz und Schicksal.
00:00:14: Der Podcast zur Gesundheit,
00:00:16: Leben und Pflege.
00:00:21: Herzlich willkommen zu der neuen Folge unseres Podcasts!
00:00:24: Bei mir ist heute Ansgar Hörbein, therapeutischer Mitarbeiter bei GFO Kompass.
00:00:30: Und bevor wir ins Thema einsteigen was macht ein therapeutischer Mitarbeiter?
00:00:35: Ja, es gibt verschiedene therapeutische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei uns.
00:00:39: Und ich bin einer von zwei, die im Fachbereich sexualisierte Gewalt eben beim Kompassimambulanten-Dienst tätig sind.
00:00:47: Wir begleiten und unterstützen Menschen, die auch ganze Überschreitungen erlebt haben und deren Angehörige Und sind zugleich eben auch für alle Fachkräfte, auch zuständig und ansprechpersonen.
00:01:04: Die sich sorgen um ein Kind machen, um eine Jugendliche einen Jugendlichen machen so dass sie uns anfragen können und mit uns die Gedanken und Gefühle sortieren können.
00:01:14: Um dadurch letztendlich in der Handlungsfähigkeit zu bleiben.
00:01:18: wie gehen wir jetzt mit dieser Situation um?
00:01:21: Was können wir tun?
00:01:22: Was sollten wir tun, damit eben diesem Kind dieser Jugendlichen diesen Jugendlichen auch gut geholfen werden kann.
00:01:29: Damit eben auch wenn es zu Schaden gekommen ist dann eben auch geguckt werden kann was braucht's jetzt auch um mit den Dingen einen Umgang zu finden und auch mögliche schwierige Aspekte bewältigen zu können.
00:01:44: Und Kinder gehts auch in der heutigen Folge allerdings um die Bedürfnisse von Kindern.
00:01:49: ja das ist an häufig Schnell gesagter Satz, stell dich nicht so an.
00:01:56: Der Satz macht was mit Kindern?
00:01:58: und jetzt ist die Frage wie merken Kinder dass ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden?
00:02:04: Was sind eigentlich kindliche bedürfnisse?
00:02:07: Na ja, die kindlichen Bedürfenste sind gar nicht so unterschiedlich zu den Bedürffnissen, die wir alle als Menschen haben.
00:02:14: Ich glaube so einer der besten Vertreter wenn nun ein Vertreeter im Feld es eben Klaus Grawe gewesen der sich noch mal viele Studien vorgenommen hatte und anhand dessen nochmal geguckt hat, was sind grundsätzliche menschliche Bedürfnisse?
00:02:29: Und er ist letztendlich auch vier gekommen.
00:02:31: Das wichtigste Bindung-und Zugehörigkeit also.
00:02:35: ich möchte dass ich eben auch exklusive Bezugsperson haben die mich lieben ja den nicht wichtig bin für die Ich in ihrem Leben eine Bedeutung habe und ich möchte Teil einer solidarischen Gemeinschaft sein.
00:02:48: Das zweite, dann auch nochmal Orientierung und Kontrolle.
00:02:52: Ich möchte mich auskennen!
00:02:53: Ich möchte wissen wo geht es lang?
00:02:55: Was sind so die Dinge an denen ich mich orientieren kann dass mir dann eben auch erwachsene Bezugspersonen zur Verfügung stehen die mir auch helfen in diese Welt zu kommen ja das sich da mich eben zurechtfinden kann.
00:03:08: Dann vielleicht ein bisschen etwas komplizierter ausgerückt von ihm.
00:03:11: aber Selbstwertschutz und Selbstwerderhöhung das heißt dass ich eben auch tatsächlich Schritt für Schritt etwas aufbauen können darf, dass ich mich als wichtig erlebe das ich merke.
00:03:27: Ich habe einen Wert der von anderen eben auch gesehen und respektiert wird und dass dieser Wert auch geschützt wird und da eben auch Grenzen die für mich eine Bedeutung haben auch respektierend und geachtet werden.
00:03:40: Und das vierte ist letztendlich, glaube ich auch sehr nachvollziehbar.
00:03:43: Wir wollen Spaß haben im Leben.
00:03:45: Also Lust gewinnen und Unlustvermeidung.
00:03:48: Das sind eben auch so die Dinge wo wir ja auch wissen Lernen funktioniert dann besser wenn es eine freundvolle Umgebung gibt.
00:03:56: Wenn die Attraktivität da ist.
00:04:00: Die Dinge sprechen mich an, die möchte ich entdecken.
00:04:03: Ich möchte hier diese Sachen auseinandernehmen!
00:04:05: Ich möchte die Steine wieder aufeinander bauen... ...ich möchte verstehen wieso kriege ich die Schnecke jetzt eben so langsam und weshalb geht der Grashüpfer ganz anders durch die Decke?
00:04:17: Und das sind erstmal so wichtige Aspekte, die auch für uns alle zutreffen aber natürlich ganz besonders für die Kinder weil sie ja zunächst mal uns als Bezugspersonen an der Seite brauchen, dass sie Schritt für Schritt Worte auch für die eigenen Gefühle finden.
00:04:35: Worte dafür finden was sie sich wünschen.
00:04:38: und das ist am Anfang glaube ich für Eltern nicht immer so ganz einfach ein bisschen Try-and-Error da auch zu gucken wie kriegen wir das hin?
00:04:45: Jetzt kennen wir alle das Bild vom aufstampfenden Kind Das schreit.
00:04:50: Ich will jetzt aber
00:04:53: Wo
00:04:53: fängt Bedürfnis an Und wo hört Wunsch auf?
00:04:57: Wo ist der Unterschied zwischen Bedürfnis und Wunscht?
00:05:00: Bedürfenisse sind ja in allererster Linie, wenn wir noch mal gucken.
00:05:04: Für siologischer Natur ich möchte benügend Schlaf haben, ich möchte eben auch genügend Ernährung bekommen, mich möchte Pausen haben können... ...und die sozialen bedürfnisse beziehen sich ja auf die Faktoren, die ich vorhin schon so benannt habe.
00:05:18: Und natürlich sind Kinder in einem gewissen Alter oftmals in allererster Linie nur bei sich.
00:05:26: Wir sprechen daher auch von dem egozentrischen Weltbild und dass sie im Prinzip das Gefühl haben, Sie sind der Nabel der Welt.
00:05:33: Und Sie möchten alles jetzt und sofort!
00:05:36: Und an dieser Stelle brauchen Sie natürlich eben auch den Erwachsenen als Gegenüber.
00:05:41: das nicht alle Wünsche die zum Beispiel ich möchte jetzt ein Eis Vielleicht steht ein Bedürfnis tatsächlich dahinter, ich habe Hunger.
00:05:49: Aber gleichzeitig ob es das Eis sein muss oder vielleicht auch was anderes eine geeignetere Variante wäre.
00:05:54: Das gilt es ja dann auch in den Formen zu unterscheiden und da eben auch zu gucken.
00:06:00: wir können Mütter und Väter und divers an der Stelle tatsächlich diesen Kindern so zur Seite stehen dass sie eben auch ein bisschen Rahmen geben und dann eben auch nochmal gut gucken.
00:06:14: Ja, wir verstehen dass du jetzt gerade vor zwei Stunden das letzte zu essen bekommen hast.
00:06:20: da gehen wir gerne mit.
00:06:21: nur ein Eis halten wir jetzt im Moment für schwierig.
00:06:25: lass uns mal gucken was ansonsten noch passt.
00:06:27: Aber warum ist denn so wichtig?
00:06:29: Dass Kinder merken dass sie ernst genommen werden und ihre Bedürfnisse?
00:06:33: Ich glaube einen ganz wichtigen Aspekt haben Sie eben am Anfang schon benannt Herr Sauer.
00:06:37: stell dich nicht so an.
00:06:39: Das ist ja letztendlich die Absprache von eigenen Gefühlen durch eine erwachsene Person.
00:06:47: An den Stellen spricht die Wissenschaft hier von Adultismus, das heißt dem Kind wird letztendlichen ein menschliches Grundrecht in einer gewissen Weise abgesprochen und es wird so getan als könnte das Kind das jetzt mal eben abstellen.
00:07:02: Ja, wir erleben das immer mal wieder auch so in Situationen.
00:07:05: Wenn Kinder eben eine Bezugsperson mal kurzfristig eben entbehren müssen und dann zum Beispiel so setze kommt mein Gott jetzt die Mama kommt doch gleich wieder der Papa kommt doch Gleichwieder ist doch nicht so schlimm.
00:07:18: was Schlimmes entscheidet das Kind.
00:07:20: Und das Kind hat ein Recht darauf an der Stelle seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen und es wäre geeigneter genau So zu gucken.
00:07:29: Mensch Was brauchst du denn Jetzt?
00:07:31: Wofür stehen die Tränen möglicherweise?
00:07:33: Du vermisst den Mama oder du vermisst dem Papa.
00:07:36: Lass uns mal gucken, vielleicht können wir schon ein bisschen entgegen gehen.
00:07:40: Schauen wir mal aus dem Fenster raus, wenn sie oder er wieder um die Ecke kommt.
00:07:44: Dann wird das Kind an der Stelle ernst genommen in seiner Wahrnehmung und das macht einen entscheidenden Unterschied, der auch für das zukünftige Leben ja ganz wesentlich ist dass das Kind merkt ich darf mein Gefühl nach Mama, Papa kommt zurück zum Ausdruck bringen, dass ich jemanden vermisse und das dann eben die erwachsene Begleitperson, die da ist, mich in diesem Gefühl auch ernst nimmt und begleitet.
00:08:10: Und auch guckt welchen Weg finden wir an der Stelle?
00:08:12: Wenn wir einmal bei diesem Satz stell dich nicht so anbleiben gibt es Studien darüber welche Sätze schlecht für Kinder sind oder gut.
00:08:24: Wir haben gerade eben eine neue britische Studie erhalten, die in der letzten Ausgabe von Gehirn und Geist abgebildet wurde.
00:08:32: Und dort sind über tausend Kinder letztendlich befragt worden.
00:08:38: Klar ist natürlich alles was Missachtung zum Ausdruck bringt und was die Selbstwertvariante des Kindes infrage stellt oder was mit einem Ausschluss von der Gemeinschaft verbunden ist sind natürlich Sätze, die oftmals nachhaltige Wirkung erzielen können.
00:08:58: Und dort haben eben diese Kinder in der Studie benannt, dass folgende Sätze ihnen sehr zu schaffen gemacht haben.
00:09:06: Du bist so nichts zu gebrauchen?
00:09:08: Du bist dumm!
00:09:09: Du kannst nichts richtig
00:09:11: machen?!
00:09:12: Du bist wertlos!
00:09:13: Ich schäme mich für dich!
00:09:15: Ja und ergänzen kann man sicherlich noch... Mein Gott wenn du jetzt nicht ordentlich zusammenreißt dann fährst du nicht mit!
00:09:21: Dann lassen wir dich Zuhause Oder wenn du jetzt nicht einsteigst, dann bleibst du hier im Geschäft und wir fahren ab.
00:09:29: Das sind ja so kleine Varianten von diesen großen Sätzen die die Kinder als negativ empfunden haben.
00:09:36: Und wenn wir auf die andere Seite der Medaille wechseln Dann gibt es natürlich aufbauende unterstützende Sätze.
00:09:43: Ich bin stolz auf dich Du kannst das.
00:09:46: ich glaub an dich Ich bin für dich da.
00:09:50: Fehler sind okay!
00:09:51: Du kannst daraus lernen Ich trau dir was zu.
00:09:55: Du bist gut so wie du
00:09:57: bist.".
00:09:58: Und das ist ja ein Grundbedürfnis.
00:10:01: letztendlich, wie wir das vorhin ja schon so beschrieben hatten, dass ich von den Menschen in meiner Umgebung als wertvoll und eben auch tatsächlich also in der Lage auch angesehen werde Dinge in dem Blick nehmen zu können und gestalten zu können.
00:10:18: Und es gibt im Bezug so auf die ersten Lebensjahre diesen schönen Grundsatz eben, den Cooper-Hoffmann Marvin und Paul bereits in der Formulierung von Drei.
00:10:28: Wenn möglich folge mein Kind nicht in Bedürfnissen, wenn nötig übernimmt die Leitung.
00:10:34: Das ist ja gerade genau der Punkt.
00:10:37: Sie selbst haben einen Sohn, haben sie mir eben erzählt Der will ja jetzt eben raus, der will Dinge auseinandernehmen.
00:10:43: Der will sich Dinge angucken und möchte die Welt verstehen.
00:10:47: Und gleichzeitig, wenn er auf eine Mauer klettert, die drei Meter fünfzig hoch ist könnte es möglicherweise sein dass Mama oder Papa das Herz in die Hose rutscht?
00:10:55: Und dann an dieser Stelle ist gegebenenfalls wichtig ist für Sicherung zu sorgen!
00:11:01: Das ist so dieser Drahtseilakt indem sich viele Eltern befinden Wie viel Freiraum kann ich jetzt eben lassen?
00:11:09: und da sprechen wir ja auch von dem Wunsch nach Autonomie bei den Kindern.
00:11:13: Und an welchen Stellen ist es wichtig, dass sich das Feld dann eben aber auch so sicher gestalten?
00:11:19: Sind die Steckdosen gesichert sind Kabel möglicherweise aus dem Weg geräumt damit keine Verletzungen letztendlich eben auch stattfinden?
00:11:28: oder Ist das Fenster offen kann ein Kind aus dem Fenster fallen und ähnliche Dinge.
00:11:34: Da sind die Erwachsenen letztendlich dafür da, für den sicheren Rahmen und die sichere Umgebung zu sorgen so dass Kinder eben ihrem eigenen Entdeckungsgeist dann eben auch gut folgen können.
00:11:47: Und am Ende auch dafür da um Nein zu sagen zur Not.
00:11:52: aber wie geht das?
00:11:53: Nein sagen gleichzeitig die Bedürfnisse respektieren das stelle ich mir schwierig
00:11:56: vor.
00:11:58: Naja also Es gehört hier auch dazu, dass eben nicht immer alles und das ist tatsächlich etwas was Kinder lernen dürfen.
00:12:06: Wir nennen es ja dann Bedürfnisaufschub- und Frustrationstoleranz.
00:12:10: Etwas was ja auch durchaus für Erwachsene soweit nicht immer nur leicht ist.
00:12:17: Das zum Beispiel wenn ich jetzt gerade dabei bin eben das einjährige Kind zu wickeln Und dann kommt die dreijährige Tochter an und sagt Jetzt will ich aber mein Butterbrot haben!
00:12:28: Schatz Warte noch mal einen kurzen Moment.
00:12:31: Ich kann jetzt hier deinen Bruder nicht einfach auf der Wickelkommode liegen lassen, ja?
00:12:35: Überleg mal!
00:12:36: Der weiß noch da nicht wie hoch das jetzt hier ist... ich muss an dieser Stelle erstmal das eine abschließen und dann komme ich zu dir.
00:12:43: Und an der Stelle ist natürlich wichtig dass die Kinder dann eben auch merken, dass diese Ankündigung tatsächlich den angekündigten Effekt hat.
00:12:51: Dass dann eben genau das passiert.
00:12:54: Mama hat das Sohn so beschrieben, Papa das Sohne zu beschreiben und dann kommt es aber auch so wie's angekündigt wurde.
00:13:02: Und dann erleben die Kinder sukzessive Schritt für Schritt dass auch ein Nein eine Begründung haben kann Das in dem Nein aber gleichzeitig einen später stecken kann.
00:13:12: jetzt noch nicht Aber Dann und dadurch entwickeln sie eben auch Ein Verständnis dafür Dass das Wort von Mama und Papa trägt und dass ich mich sukzessive darauf verlassen kann.
00:13:25: Und in dem Sinne, glaube ich ist so das Grenzen setzen was ja eben für uns alle auch immer eine wichtige Voraussetzung eben auch ist neben dem, dass wir diese Bedürfnisse nach eigenen Möglichkeiten und nach eigener Erfüllung immer wieder auch natürlich gut in den Blick nehmen sollten.
00:13:49: nur das Leben spielt in Gemeinschaft Das Leben spielt in einem sozialen Raum und je nach Situation müssen eben dann auch Eltern zuweilen aufgrund anderer Aspekte auch mal ein Nein eben auch aussprechen, um klarzumachen.
00:14:07: Dieser Gedanke dieses Bedürfnis kann jetzt gerade im Moment nicht in der Form erfüllt werden wie du es dir wünscht.
00:14:15: aber ich kann vielleicht eine Alternative anbieten.
00:14:18: Ich habe jetzt das Bedürftnis meine neuen Schuhe anziehen zu wollen Und gleichzeitig ist draußen gegebenenfalls richtig dickfettes Sauerlandwetter und der Regen strömt.
00:14:29: Und in dem Zusammenhang dann zu gucken, klar natürlich kann ich dann eben mit Sandalen ja vielleicht auch rausgehen lassen dass das Kind selber merkt bei einer bestimmten Altersgruppe etwas was gut funktioniert.
00:14:40: Ja die Füße werden da... Ah iiii!
00:14:42: Das fühlt sich nicht gut an.
00:14:43: Nee doch Gummistiefel Manchmal klappt das ganz ordentlich.
00:14:47: Manchmal, auch wenn zum Beispiel ein Termin noch im Nacken ist.
00:14:52: Dann braucht es vielleicht nur okay du kannst diese Stiefel anziehen oder diese Schuhe anziehen das ist jetzt die Wahlmöglichkeit aber die Sandalen nicht.
00:15:01: Wie äußern Kinderbedürfnisse eigentlich?
00:15:06: Ja ich glaube dass ist ja gerade eben in den ersten Lebensjahren zunächst mal gar nicht so einfach weil sie ja noch keine Worte haben.
00:15:13: später wird das dann immer leichter insbesondere auch wenn wir als Mütter, Väter und Co.
00:15:22: ihn entsprechend zur Seite gestanden haben.
00:15:25: das dann eben Sie haben das Beispiel ja schon mit dem aufstampfenden Fuß ja auch schon angesprochen dass dann eben offensichtlich etwas sehr im Fokus ist was jetzt gerade eben auch ansteht das dann eine sehr klare Äußerung stattfindet in Sinne Das will ich jetzt.
00:15:46: Der Wille des Kindes ist ja an sich eben eine totale gute Instanz.
00:15:51: Im Erziehungsratgeber meines Geburtsjahrgangs, vom nineteenhundertfünfundsechzig stand noch drin der Wille das Kindes muss gebrochen werden.
00:16:00: jetzt entscheidet sich wer zu Hause die Hosen anhalt.
00:16:03: und wenn man sich das jetzt vorstellt was ich in den letzten Jahrzehnten dann eben entwickelt hat dass wir heute wissen Es ist gut, mit dem Willen des Kindes zu gehen.
00:16:12: Aber gleichzeitig die Orientierung eben auch ein Stück weit zu lenken weil nicht jeder Wille wie wir das eben schon so auch beschrieben haben unmittelbar auch umgesetzt werden kann.
00:16:24: aber dass das Kind einen eigenen Willen hat selber machen klassische Sätze.
00:16:30: ich möchte ja den Löffel die Gabel das Messer und dann zu schauen unter welchen Bedingungen kann ich es eben aus Sicherheitsaspekten auch gut vertreten.
00:16:39: Dann braucht es vielleicht eine kinderoventierte Messer-Variante.
00:16:43: Und dann sagt das Kind, aber ein Papasmesser!
00:16:46: Nein, Papas-Messer gibt's an der Stelle nicht.
00:16:48: Du kannst dieses Messer nehmen.
00:16:49: Das ist jetzt das was wir ausgewählt haben und da merken sie ja schon auch wieder dieses Aushandeln zwischen Ernstnehmen und gleichzeitig Orientierung geben – ist ein Dauergeschäft.
00:17:02: Sie werden es gesehen haben, dass mir gerade bei dieser Einformulierung quasi die Gesichtszüge entglitten sind.
00:17:08: Zwar nicht nur weil ich einen Sohn habe... Der Wille des Kindes muss gebrochen werden!
00:17:15: Was macht das mit Kindern?
00:17:18: Naja also damals muss man ja immer wieder überlegen was ist so der damalige Stand zur der Wissenschaft auch gewesen?
00:17:25: Und wenn man das jetzt für die heutigen Bezüge nimmt, dann sind wir tendenziell ja eher bei den Setzen.
00:17:33: Die die Kinder eben in dieser britischen Studie als erniedrigend, als beschämend und also entwürdigend hier auch betrachtet haben dass ich als Mensch in meinem eigenen Erleben, in meiner eigenen Gefühlswelt nicht ernst genommen werde sondern dass sich übergangen werden.
00:17:51: deine Meinung zählt nicht Du musst hier nicht beteiligt werden.
00:17:55: Du bist ein Nichts, du bist klein und
00:17:59: unbedeutend.".
00:18:00: Und dass das dann eben so Aspekte sind die wenn sie immer wieder gesprochen werden natürlich was mit dem Selbstbild des Kindes auch macht und das auf längere Sicht eigene innere Sätze entstehen können.
00:18:15: ich bin wertlos Ich bin ein Nichtsnutz Ja, ich brauche es gar nicht erst versuchen und dann möglicherweise eben auch eine Selbstbeschreibung im Inneren stattfindet die diesen Kindern eben auch nachhaltig anhaften kann.
00:18:35: Jetzt wissen wir natürlich so wie der Kollege Winnicott es schon formuliert hat Es geht nicht darum dass wer perfekte Eltern sind sondern er hat das damals schon gesagt good enough parents gut genug.
00:18:50: Und das, was ich jetzt gerade auch so in der Beratungspraxis immer erlebe.
00:18:54: Dass Eltern manchmal an ihrem eigenen Anspruch scheitern alles perfekt machen zu wollen Haushalt Kinder Beruf Freizeit Urlaub und Alles möglichst geschliffen.
00:19:08: und Das ist natürlich eben bei Kindern die spontan sind Die Jetzt und sofort und Auch nicht kalkulierbar sind Nicht Immer Ganz Einfach.
00:19:20: Und da dann eben auch tatsächlich nochmal so zu gucken, wie gelingt es mir denn eben auch ein bisschen von meinem eigenen Perfektionismus?
00:19:28: Ein bisschen Abstand zu nehmen und sagen... Wie fühle ich mich heute eigentlich wenn ich mal drauf gucke mit welchem Bein nicht aufgestanden bin.
00:19:35: Was kriegen wir heute hin?
00:19:37: Kriegen was heute hin tatsächlich Rouladen zu kochen mit unterschiedlichen Kleinstarbeiten?
00:19:42: oder gibt's heute mal eben Spaghetti Bolognese möglicherweise auch aus der Tüte, weil ich einfach merke meine Kraft reicht heute nicht.
00:19:50: Für eine komplizierte Vorbereitung eines Mittagessens bei dem ich gleichzeitig noch weiß, kriege ich das hinbringen und abholen?
00:19:58: Der Kinder alles unter einen Hut!
00:20:00: Also in dem Sinne ist ein bisschen auch der Werbeblock wie Steve Biddorf das schon so gesagt hat Eltern haben als erstes den Job für sich selbst zu sorgen.
00:20:11: Das ist die wichtigste Voraussetzung, dass Sie in der Kraft bleiben um genau dieser Spontanität und diesen stampfenden Füßen.
00:20:19: Und diesen aus dem rudernaufenden Gefühlsmomenten von Kindern ruhig und freundlich begegnen zu können.
00:20:27: Und dafür muss ich in der Kraft sein.
00:20:29: Das ist das Wesentliche!
00:20:31: Sie sprachen gerade das Thema Perfektion an.
00:20:34: Ist einem Kind wichtig?
00:20:35: Dass es perfekt ist, dass der Urlaub perfekt ist?
00:20:38: Dass das Essen perfekt
00:20:39: ist?!
00:20:40: Ist das wichtig?
00:20:41: Ich glaube die Kinder sind mit so wenig zufrieden oftmals, weil alleine wenn Papa oder Mama mit mir eben auf dem Boden sitzt und jetzt einen Turmbaut oder mit Playmobil oder Duplo oder was weiß ich auch immer.
00:20:55: Da geht es eher tatsächlich um eine gewisse Form von Atmosphäre.
00:21:00: Das ist glaube ich eben etwas, was war ja immer wieder.
00:21:04: Wenn ich dann mit den Kindern Barfuß im Bach stehe und Stardamm baue Dann ist das oftmals für die Kinder eine viel beglückendere Variante als in irgendeiner Form Im drei-Sterne Hotel auf irgendeinem Insel oder sonstwas zu sein.
00:21:30: Gerne auf ein neues.
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