Das große Vergessen – Infos zum Thema Demenz
Shownotes
Der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zufolge leben in Deutschland derzeit rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung, die meisten davon mit Alzheimer. Bis zum Jahr 2050 könnte die Zahl der Organisation zufolge auf bis zu 2,7 Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt.
Was verbirgt sich hinter dieser Erkrankung? Ist Heilung in Sicht? Und ist eine Demenz gleich eine Demenz? Wir haben nachgefragt und uns mit Dr. med. Jacqueline Nikolos getroffen. Die Neurologin ist stellvertretende Ärztliche Leiterin im MVZ Rhein-Sieg und erste Ansprechpartnerin, wenn es um Diagnostik und Therapie von Demenzpatienten geht.
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00:00:12: Lebenslinien zwischen Kopf,
00:00:14: Herz und Schicksal.
00:00:15: Der Podcast zur Gesundheit, Leben und Pflege.
00:00:22: Thema unseres Podcasts ist heute das große Vergessen.
00:00:25: Infos zum Thema Demenz.
00:00:27: Dazu haben wir eingeladen Frau Dr.
00:00:29: Jacqueline Nicoloss Sie stellvertretende ärztliche Leiterin des MVZ Rhein-Sieg in Siegler von der GFO Und Fachärztin für Neurologie.
00:00:38: Herzlich willkommen Frau Doktor Nicolos
00:00:40: Dankeschön.
00:00:41: Ich freue mich dabei zu sein.
00:00:42: Ich freue mich, dass Sie als Neurologin hier heute am Tisch sitzen und mit mir über das Thema Demenz sprechen.
00:00:47: Weil es ja doch erstaunlich ist – ich habe noch mal aktuelle Zahlen der deutschen Alzheimer-Gesellschaft raus – gut eine Dementzerkrankung haben.
00:00:58: Demenz gibt's ja glaube ich zahlreiche Formen aber meistens denkt man zuerst an Alzheimer.
00:01:03: Ist das so?
00:01:04: Ja also eine Alzheimererkrankung ist eine Demenz, aber eine Demence ist nicht automatisch Alzheimer.
00:01:10: Wir sagen den Patienten in der Sprechstunde immer, es gibt hundert Prozent Demenzen und davon sind ungefähr siebzig bis achtzig Prozent einer Alzheimer-Demenz.
00:01:18: Und die anderen Demenzformen müssen wir dann... akribisch unterscheiden, ob wir da tatsächlich eine Alzheimererkrankung vorliegen haben.
00:01:25: Weil sich das auf die Therapie-Optionen auswirkt.
00:01:29: und dann gibt es zum Beispiel auch noch die vaskuläre Demenz bei gefäß erkrankten Patienten, die vielleicht schon den einen oder anderen Schlaganfall gehabt haben.
00:01:36: Wäre das so.
00:01:37: Durchblutungsstörungen?
00:01:38: Ja genau,
00:01:39: kleinere Durchblutsungsstörung in der Regel manchmal auch größere Schlaganfälle aber kleinere durch Blutungsströren können so schrittchenweise, häppchenweise auch eine Demenz hervorrufen weil einfach die Versorgung des Gehirns... nachlässt.
00:01:51: Dann gibt es auch noch andere Erkrankungen, die eine Demenz befeuern können zum Beispiel eine Parkinson-Demenz im Verlauf einer Alzheimererkrankung also eines Mobus Parkinson.
00:02:04: Und dann gibt es noch andere Demenzformen, wie zum Beispiel eine Levy-Body-Demenz auch aus dem Kreis der Parkinson-Erkrankungen oder der Bewegungsstörung.
00:02:15: Es gibt die Demenz bei einem Normaldruckhydrocephalus – das ist eigentlich eine spezielle Demenz-Form, weil man's gut behandeln kann.
00:02:23: Das ist ein Syndrom wo zu viel Hirnwasser gebildet wird...
00:02:28: Ich falle Ihnen gerade mal kurz ins Wort aber Sie haben eben gesagt hundert verschiedene Form von Demenzen gibt es?
00:02:33: Nein!
00:02:33: Ah, dann habe ich das Weiserstand.
00:02:35: Das hätte mich jetzt sehr ... Aber es gibt zahlreiche
00:02:39: Formen der Demenz?
00:02:41: Und wie können Sie das unterscheiden?
00:02:44: Grundsätzlich ein Test, wo Sie feststellen das ist jetzt eine Demenz.
00:02:47: Das ist nicht einfach nur Altersvergesslichkeit oder aufgrund von Stress oder so.
00:02:52: wie können sie das feststellen?
00:02:54: Am
00:02:54: Anfang ist es gar nicht so leicht weil der Patient in einer bestimmten Krisensituation zu uns kommt.
00:03:00: manchmal hat man den Eindruck okay da ist schon eine Demenz total fortgeschritten und die Angehörigen haben das einfach sehr lange kompensiert und kommen eigentlich schon mit einem
00:03:11: offensichtlich
00:03:12: dementen Patienten zur Tür herein.
00:03:14: Manchmal hat man auch Patienten, die komplett eigenständig sind noch im Beruf und sagen irgendwie geht dieses ich geh in den Keller und vergesst was ich da wollte über das normalen Maß hinaus.
00:03:26: Das kommt mir irgendwie nicht ganz richtig
00:03:28: vor.
00:03:29: Die selber noch erkennen?
00:03:30: Genau.
00:03:31: Meistens bemerken sie das bei Dingen, die ihnen früher leicht von der Hand gingen ob in einer Buchhaltung ... in der Buchhaltung arbeiten oder generell mit Finanzgeschäften zu tun haben, die merken ich mache mehr Fehler.
00:03:46: Oder die erwischen sich dabei dass sie irgendwie anfangen sich alles auf Zettel zu schreiben was wir vielleicht vorher nicht gemacht haben.
00:03:52: ja und manchmal ist er riecher richtig und manchmal machen Patienten sich einfach übermäßig Sorge oder haben vielleicht jemanden in der Familie das hat und machen sich deswegen Sorgen.
00:04:03: Und manchmal untersehen auch häufig eine sogenannte Pseudodemenz bei einer Depression.
00:04:09: Wenn eine Depression einen tatsächlich so in der Konzentrationsfähigkeit im Antrieb und in allem in der Stimmung... geschwächt hat, dann kann auch so eine Art Demenz entstehen oder so ein Art demenzielles Syndrome was gar nicht unbedingt nach Demenzerkrankungen entspricht sondern eben der Depression.
00:04:27: Vielleicht weil der Kopf nicht frei ist, weil ich jetzt gerade wenn man die Depression hat und das Thema Einsamkeit vielleicht das eben gar kein Platz für andere Dinge und den ich gerade überlegt ob sie auch normalerweise denkt man ja Demenz demografische Entwicklung.
00:04:43: es ist ja auch so dass Die Alzheimer-Gesellschaft sagt, bis um Jahr zwei Tausend Fünfzig könnten zwei Komma sieben Millionen Menschen eine Demenz haben.
00:04:52: Klar die Leute werden immer älter.
00:04:54: aber erleben Sie auch das jüngere Menschen?
00:04:56: Ich sage mal so in der Mitte ihres Lebens weil sie sprachen eben davon dass leute noch berufstätig sind in der Buchhaltung.
00:05:02: Teilweise schon ja.
00:05:03: also wir haben auch Jüngere Demenz Patienten die ganz jungen Demenzpatienten.
00:05:07: die würden wir auch unter anderem an die Gedächtnisambulanzen der Unikliniken schicken weil natürlich wenn jemand mit weiß nicht, vierzig Jahre eine Demenz entwickelt.
00:05:16: Dann muss das natürlich noch mal hochspezieller auch ausgewertet werden, auch neuropsychologisch.
00:05:22: die Möglichkeiten aber dann zum Teil nicht.
00:05:24: Aber ich sage jetzt mal so die ältesten Patienten oder die jüngsten Patienten, die wir hier haben sind Anfang fünftig.
00:05:31: Das kommt schon vor!
00:05:32: Aber heilbar ist es nicht.
00:05:34: Heilbar ist es nicht.
00:05:36: Es hängt so ein bisschen davon ab, was für eine Demenzform dann tatsächlich vorliegt.
00:05:39: Wenn das zum Beispiel auf einen zu viel an Nervenwasser zurückzuführen ist, können wir's ganz gut behandeln indem wir Nervenwasser abnehmen.
00:05:47: Dann sind die Patienten meistens schnell wieder besser
00:05:50: und sonst kann man dann MRT machen um das festzustellen.
00:05:53: also Pluckablagerung Eiweiße, die sich... Also das ist so was ich jetzt gehört habe.
00:05:59: Das ist auch oft eine Eiweißablagerung am Hirn.
00:06:01: Jetzt mal ganz plakativ oder einfach gesagt.
00:06:04: Klassischerweise gucken wir uns das MRT des Kopfes erst einmal an wenn es geht.
00:06:07: natürlich gibt's auf Patienten, die kein MRT bekommen können aber in der Regel bekommen die Patienten erstmal eine Überweisung zum MRT und gehen zum Radiologen.
00:06:14: Und dann gucken sie uns einmal das Gehirn an.
00:06:16: wie sieht das aus?
00:06:17: Dann sehen wir natürlich auch schon hat er zu viel Nervenwasser zb?
00:06:21: Oder gibt es bestimmte Bereiche des Gehirns, die einen vermehrten Verschleiß haben.
00:06:26: Zum Beispiel der Temporallappen im Bereich der Schläfe.
00:06:29: Das ist dann meistens klassischer für zum Beispiel eine Alzheimer-Erkrankung.
00:06:33: Bei den Patienten, die Gefäßprobleme haben sehen wir in der Mitte des Gehörn, so in der weißen Substanz verschiedene Formen von Durchblutungsstörungen, da können wir auch schon sagen okay das ist schon so ein bisschen fortgeschritten.
00:06:46: Da geht es dann eher in die maskuläre Richtung
00:06:48: und ist das einfacher zu behandeln?
00:06:50: Ich kann mir vorstellen wenn es jetzt durch Blutungs- Störungen sind dass man dann vielleicht einen Medikament geben kann wie in der Kardiologie.
00:06:56: Sind die Medikamente dann ähnlich oder...
00:06:58: Die Therapie tatsächlich oder die Behandlung von der vaskulären Demenz manifestiert sich größtenteils über das Engmaschige Ja, strenge Einstellende Risikofaktoren.
00:07:10: Also die Patienten werden über ... starke Notwendigkeit einer Nikotinkarenz aufgeklärt.
00:07:16: Der Blutdruck muss super eingestellt werden, die müssen gucken ob sie ein Diabetes haben oder vielleicht einen Prediabetes entwickelt haben.
00:07:23: häufig sagen die Patienten ja ich habe so ein bisschen Zucker aber noch nicht so richtig Zucker.
00:07:28: das ist dann schon irgendwie ein Risikofaktor auf den man eingehen muss und gucken muss dass aus so ein bischen Zucker nicht richtig Zucker wird und dass man da einfach die Risikophaktoren wirklich
00:07:38: runterkriegen.
00:07:38: Das ist ja eine Detektivarbeit.
00:07:40: Also ich stelle mir jetzt gerade vor, weil sie als Neurologin so viele Dinge auch berücksichtigen müssen.
00:07:45: Das ist nicht nur das eine sondern auch gleichzeitig Risikofaktoren und alles was mit abgedeckt werden muss.
00:07:52: Jetzt ist das ja immer ein Thema in den Medien.
00:07:53: irgendwie das nimmt nie ab und es gibt wieder neue.
00:07:56: neues Medikament soll auf den Markt gekommen sein.
00:07:58: da wissen Sie Vielleicht oder können uns das sagen, es gibt keinen Allheilmittel.
00:08:04: Gibt es aber Hoffnung auf solch ein Medikament?
00:08:07: Ja tatsächlich hat sich da im letzten Jahr etwas verändert und wir haben seit letztem Jahr die sind im Herbst auf den Markt gekommen zwei amyloid-Antikörper Da dazu auch wirklich eine
00:08:20: Amyloids Erkrankung
00:08:22: bestehen muss also eine Alzheimererkrankung.
00:08:24: tatsächlich wo's zu vermehrten Amylloid Ablagerungen kommt sind das Medikamente, die da nur gehen.
00:08:32: Also bei der vascularen Demenz kann man sie nicht anwenden und darf und soll die auch nicht anbinden.
00:08:37: aber bei der leichtgradigen Demenz die eine Alzheimererkrankung ist, darf man diese Medikamente seit letztem Jahr unter strenger Indikationsstellung anwenden.
00:08:46: Haben
00:08:46: Sie da schon Patienten beobachten können, die zu Ihnen wiedergekommen sind?
00:08:50: Wo sie ne Verbesserung sehen oder...
00:08:52: Eine Verbesserungen ist eigentlich jetzt so von der Kognition nicht zu erwarten aber wir können den Verlauf etwas hinauszögern.
00:08:59: Die Patienten kommen häufig mit einer großen Hoffnung zu uns und denken Wir können jetzt als Nummer heilen.
00:09:04: soweit sind wir leider nicht Aber ich denke, es ist der erste Schritt in die richtige Richtung.
00:09:08: Wir können in der Regel sagen wir den Patienten auch und das ist auch Studienbasiert so rausgefunden worden dass wenn man anderthalb Jahre ungefähr mit so einem Medikament behandelt was umständlich ist was aufwendig ist und was für den Patienten eine Belastung darstellt dann können wir ungefähr bei anderthhalb Jahren Behandlungsdauer um fünf bis sechs Monate den Verlauf verlängern.
00:09:30: Stichwort Lebensqualität.
00:09:32: Müssen Sie das auch berücksichtigen?
00:09:33: Ist das ein Thema, wenn Sie mit Ihren Patienten und den Angehörigen – da kommen wir gleich vielleicht noch mal drauf auf die Angehörung -, dass sie auch abwägen müssen...
00:09:41: Das Lebensqualität ist eigentlich das, was wir uns als Allererstes auf die Fahnen schreiben wenn wir Demenzpatienten betreuen.
00:09:47: Wenn das ein Patient ist der schon eine fortgeschrittene Demenz hat kommt er A sowieso nicht für diese Therapien in Frage und B sollte man dann das Paket für den Suchen üren dass es für ihn einer erhöhte Lebensqualität bedeutet also Therapien aufzuschreiben die für dem Patienten in irgendeiner Form eine Tortur darstellen oder die ihm irgendwie nicht zusagen.
00:10:10: Zum Beispiel, wenn wir einen Patienten anraten in der Tagesklinik so ein bisschen Tagesstruktur zu bekommen.
00:10:16: In einer Gruppe von demenzkranken Menschen zu sein und in irgendeiner Form beschäftigt zu werden.
00:10:23: Wenn er sich da total unwohl fühlt und eher Orientierung Schwierigkeiten hat oder dort wegläuft oder versucht wegzulaufen dann ist das nichts was noch funktioniert.
00:10:32: aber wenn die Lebensqualität bei einem jüngeren und leichtgradig demenz kranken zum beispiel bei einem Alzheimer erkrankten zur Debatte steht, dann sollte man schon gucken ist die Therapie möglich?
00:10:44: Ist die Therapy gewünscht?
00:10:46: Möchte der Patient wirklich so häufig auch zum Arzt gehen.
00:10:49: Ist er sich der Risiken dieser Medikamente bewusst?
00:10:52: Da muss man sehr klar aufklären und umfangreich aufklären.
00:10:56: Auch die Angehörigen mit ins Boot holen und wirklich sich die Gesamze türzeln des jeweiligen Patienten ab.
00:11:01: Die Angehörung sind natürlich auch Leidtragende.
00:11:04: Das heißt wenn Sie jetzt Patienten aufklären dies vielleicht auch kognitiv nicht mehr so verstehen müssen sie den Angehörigen das Ganze auch erklären und die mit ins Boot nehmen?
00:11:13: Ja, wie machen sie das dann?
00:11:14: Gerade
00:11:14: bei den Ameloid-Antikörpern.
00:11:16: Also wir haben mehrere Patienten, die wir mit Ameloidsantikörpernen hier am Standort Trostoff Siegler mitbehandeln.
00:11:22: Und da geht ganz viel über die angehörige Arbeit.
00:11:26: Wir brauchen jemanden der die Termine für den Patienten mitkoordiniert, der das auf dem Schirm hat, der an bestimmten Tage vielleicht mal ... die Fahrt übernimmt oder weiß, wann derjenige zum Kontroll-MRT muss.
00:11:40: Wann der nächste Ergotherapie-Termin ansteht?
00:11:42: Da ist ganz viel, wofür wir die Angehörigen einfach brauchen.
00:11:46: Ja jetzt ist ja ... Wir haben jetzt über Medikamente gesprochen.
00:11:49: Die Situation in der Angelrückung ist natürlich noch mal ein eigenes Thema für den eigenen Podcast also weil gerade diese sind auch betroffen von der Erkrankungen.
00:11:58: ich wollte nochmal so ein bisschen auf.
00:12:00: das macht ja oft Angst.
00:12:01: Also Thema Alzheimer, wir werden immer älter oder das Risiko wächst.
00:12:06: Ich habe mal geschaut, es gibt im Lancet Magazin Studien und was mich wirklich umgehauen hat – ich komme gleich noch mit ein paar Zahlen an -, dass Schwerhörigkeit ein Risikofaktor ist für eine Demenzerkrankung von sieben Prozent!
00:12:22: Das finde ich Wahnsinn!
00:12:24: Das ist grundsätzlich eine ganz tolle Arbeit gewesen die unfassbar gut rausgearbeitet hat, wie viele Risikofaktoren wir eigentlich als gesunde Patienten an der Hand haben die wir verändern können.
00:12:38: Die wir aktiv modifizieren können.
00:12:40: Diese Risikophaktoren, die da genannt werden sind ja zum Teil modifiziert oder zum Teil nicht.
00:12:46: also zb den Bildungsstand in der Kindheit, den kriegt man ja mit Ende nicht mehr großartig verändert.
00:12:53: Aber Hörhilfen, Sehhilfen anpassen das ist ein ganz großes Thema in der Demenz-Sprichstunde und da versuche ich alle Patienten abzuholen und auch wirklich auf die Einstellungsnotwendigkeit von Risikofaktoren hinzuweisen sei es der Blutdruck, sei es ein exzessiver Alkohol.
00:13:07: Cholesterin war auch mit sieben Prozent?
00:13:10: Genau,
00:13:10: ganz hoher
00:13:11: Cholestrin LDL genau das ist der LDL ist der Cholesterol Das ist definitiv der Anteil.
00:13:16: Der Böse-Kollektur.
00:13:18: Okay, Bluthochdruck war auch noch mal rauchenklar.
00:13:21: Komischerweise Alkohol gar nicht so hoch?
00:13:24: Ein Prozent?
00:13:25: Exzessiver Alkolkonsum
00:13:27: schrieb sehr
00:13:27: zu Buche.
00:13:28: aber wenn es dann das gelegentliche
00:13:31: Gläschenwein-Garten
00:13:32: einmal die Woche ist...
00:13:34: beruhigend.
00:13:35: Genau, dann Beeinträchtigung des Sehens hatten sie auch gesagt?
00:13:38: Also mich hat wirklich, als ich gesehen habe so sieben Prozent Schwerhörigkeit, das ist unglaublich da würde man jetzt nicht unbedingt drauf kommen.
00:13:45: deswegen sagen Sie auch gucken Sie dass die Leute gut versorgt sind mit einem guten Gehör oder das erleben Sie das auch in der Praxis oder ist es jetzt mehr doch eine Zahl?
00:13:55: Es ist tatsächlich ein bisschen der Gesamteindruck des Patienten.
00:13:58: also wenn man die Angehörigen und den Patienten da sitzen hat und man hat den Eindruck Der Angehörige spricht die ganze Zeit und der vermeintlich demente Neupatient sagt fast gar nichts.
00:14:08: Dann kann das daran liegen, dass er so dement ist und nichts mehr sagt oder dass es einfach nicht mehr versteht weil dieser sensorische Reiz gar nicht ankommt.
00:14:19: Weil das Gehör einfach so schlecht geworden ist.
00:14:21: wenn ich den Eindruck hab der fragt jeden zweiten Satz nach weil er's eigentlich halt eben schon noch sinnhaftigkeitsmäßig versteht aber halt eben akustisch gar nicht mehr aufnehmen kann, dann rate ich das schon eher zum Besuch beim Hörakustiker.
00:14:35: Also das ist für alle die es wissen wollen... Das war jetzt das Lancet Magazin.
00:14:40: Sie kennen das wahrscheinlich als Ärztin auch?
00:14:42: Ich bin da jetzt einfach als Quelle drauf gestoßen und da sind so die neuesten Erkenntnisse glaube ich zusammengefasst.
00:14:48: Genau richtig!
00:14:48: Und insgesamt und das ist eigentlich das tolle Ergebnis von dieser Studie haben wir mit der Ich sag jetzt mal, perfekten Einstellungen dieser vierzehn Risikofaktoren.
00:14:58: Wenn wir es schaffen würden, die alle so gut wie's geht zu adaptieren, würden wir bis zu forty-fünf Prozent der Demenzfälle verhindern.
00:15:06: Das
00:15:06: finde ich wahnsinnig stark.
00:15:07: Es ist immer gewichtens auch ein Thema, sehe ich gerade Luftverschmutzung drei Prozent.
00:15:12: Gut das hat man nicht so ganz
00:15:13: in der Hand.
00:15:15: Wenig soziale Kontakte fünf liegt auch relativ hoch.
00:15:18: Soziale Kontakte ist ein wichtiges Thema.
00:15:20: tatsächlich, gerade bei den älteren Demenzerkrankten sehen wir so unterschiedliche Formen der sozialen Isolation.
00:15:25: Manchmal ist es einfach die Scham dass die Patienten wissen alles klar.
00:15:30: da draußen am Gartenzaun steht der Nachbar.
00:15:32: aber ich vermeide das Gespräch weil ich Angst habe dem zum dritten Mal das Gleiche zu erzählen darf man nicht unter bewerten.
00:15:39: die Patienten haben enorm mit Schamen zu kämpfen und da muss man Empathie für aufbringen, dass das so ist.
00:15:47: Es
00:15:47: wird wahrscheinlich oft unterschätzt warum sich Menschen zurückziehen vielleicht weil sie dem Gespräch nicht mehr folgen können.
00:15:53: Vielleicht vorher gesellig waren aber jetzt einfach merken sie hängen ein bisschen hinten dran.
00:15:57: und wenn man sich das selber vorstellt es finde ich schon... Das ist ja so ein bisschen der Torfelskreis.
00:16:03: also ich vermeide die Kontakte und eigentlich brauche ich die Kontakte um vielleicht in meiner Lebensqualität also
00:16:09: von daher.
00:16:10: Zum anderen betreut man natürlich auch ältere Patienten, wo vielleicht nicht mehr alle Freunde da sind oder alle mobil sind.
00:16:18: Vielleicht auf die Kinder weiter wegwohnen, wo der Input einfach sozial fehlt.
00:16:23: Was wünschen Sie sich als Neurologin aus medizinischer Sicht?
00:16:27: Was muss passieren damit es in der Forschung weitergeht?
00:16:31: Das ist eine gute Frage!
00:16:33: Ich denke mit den Ameloid-Antikörpern haben wir forschungsmäßig einen ganz großen Schritt gemacht.
00:16:39: Das war wirklich über Jahre, Jahrzehnte so dass man nur symptomatische Therapien hatte wo man die Übertragung an den Nervenzellen einen Hauch verbessern konnte aber eigentlich nichts am Verlauf verändert hat.
00:16:52: Da haben wir tatsächlich der ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht gleichwohl man denen noch sehr realistisch sehen muss.
00:16:58: Aber es gibt weitere Studien die neuere Antikörper die dann auch die Risiken dieser Antikörper nicht machen sollen oder in verminderte Maß machen sollen.
00:17:08: Die gibt es bereits, die sind in der Testung dieser Substanzen.
00:17:12: Beispielsweise machen diese Ameloide Antikörper gerne mal Einblutungen im Gerirren und diese neueren Ameloid-Antikörper werden das vermutlich in geringerem Ausmaß tun oder nicht mehr tun.
00:17:23: Das wäre schon ein toller Effekt wenn wir da die Nebenwirkungen mit weiteren Studien eingrenzen können.
00:17:29: Ja und was würde ich mir wünschen?
00:17:30: Ich würde mir wünschten, dass diese Forschung weitergeht.
00:17:33: Dass wir da weitere Schritte nach vorne machen.
00:17:36: Ich würde mal auch wünsche, dass die jeweiligen Angehörigen oder wir alle eigentlich uns dem Wissen über diese Risikofaktoren einen Hauch an die eigene Nase packen und überlegen, ist die Zigarette wirklich notwendig?
00:17:49: Muss ich so viel Alkohol trinken wie ich trinke?
00:17:52: Brauche ich nicht vielleicht doch ein Hörgerät.
00:17:54: Und kann ich nicht durch Bewegung zum Beispiel auch meinen Demenzrisiko reduzieren?
00:17:58: Bewegungsmangel hatten wir jetzt noch gar nicht angesprochen.
00:18:00: das ist auch ein ganz großer Faktor.
00:18:02: also zu gucken die eigene Lebensqualität zu erhöhen.
00:18:06: Das ist ja immer auf das Schwierige mit dem Schweinehund, kennt man ja so bestimmte Dinge.
00:18:09: Hatten wir auch schon mal ein Podcast zu wenn alles verschoben wird und man sich nicht mehr motivieren kann.
00:18:15: aber das war sehr interessant weil sie es sowohl als Neurologin aus medizinischer Sicht ganz gut erklärt haben denke ich mal wirklich für Sprachen, für die Patienten und vor allen Dingen für deren Angehörige zu bekommen.
00:18:27: Ich bedanke mich ganz herzlich, Frau Dr.
00:18:29: Nikolas!
00:18:29: Und das nächste Thema vielleicht sehen wir uns in fünf Jahren wieder... ...und dann gibt es wieder neue Medikamente.
00:18:34: Herzlichen Dank!
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